Alles was du über die Wirkung von Propolis wissen musst

info über popolis wirkung

Propolis ist kein Arzneimittel, kann aber doch etwas “bewirken”. Ganz interessant: Das Zusammenleben Tausender Bienen auf engstem Raum wäre in dieser Form ohne Propolis nicht möglich. So gesehen, hat Propolis durchaus eine enorme Wirkung. In diesem Beitrag wollen wir dir mehr über das besondere Kittharz erzählen..

Inhaltsübersicht

    Die meisten Menschen nehmen meist Abstand von klebrigen und ein wenig “streng” riechenden Substanzen, es sei denn, sie kennen den Stoff. Das beste Beispiel ist Propolis, ein mittlerweile recht bekanntes und beliebtes Bienenprodukt

       

    Das harzige Bienenerzeugnis ist von dunkler Farbe, sehr zäh bis harzig und gilt nicht unbedingt als kulinarisches Schmankerl. Dennoch weitet sich die Fangemeinde der Anwender aus. Das liegt sicher auch an den vielen Berichten und Artikeln, die die vermeintliche oder tatsächliche Wirkung von Propolis in den Himmel loben. Im folgenden Text beschäftigen wir uns ebenfalls mit der Wirkung von Propolis. Allerdings gehen wir die Thematik von der wissenschaftlichen Seite aus an. Das harzige Bienenprodukt wird von den Tieren produziert, damit das Bienenvolk von der Wirkung profitiert. Wie diese Wirkung aussieht und was sie verursacht - das wird ausführlich beleuchtet.

    Propolis ist kein Arzneimittel

    Auch wenn man den Eindruck gewinnen könnte, dass Propolis ein universell wirksames Therapeutikum ist: das ist es nicht. Es ist ein Stoff, den Bienen herstellen und der ihnen nutzt. Im Grunde dürfen über Propolis keine gesundheitsbezogenen Aussagen gemacht werden - und an dieses als “EU Health-Claims” bekannte Gesetz halten wir uns. Wir sind weder ärztlich noch sonst in irgendeiner Form heiltherapeutisch ausgebildet, sondern lieben Bienen und ihre Produkte. Da das harzige Bienenkitt ein äußerst interessantes Produkt mit faszinierenden Eigenschaften ist, haben wir uns mit der Wirkung von Propolis im Bienenstock beschäftigt.

    Es ist in erster Linie ein von Bienen produzierter Stoff und erst in zweiter Reihe ein Nahrungsergänzungsmittel / Kosmetikum und kein Medikament. Sowohl zur Wundbehandlung als auch zur Behandlung innerer Erkrankungen dürfen ausschließlich dafür zugelassene Produkte empfohlen werden. Propolis hat keine medizinische Zulassung und darf daher rechtlich auch nicht als Heilmittel betitelt oder empfohlen werden.

    Was ist Propolis?

    baumharz

    Das Bienenkitt wird von den kleinen fleißigen Nutztieren zur Keimabwehr produziert. Es besteht aus über 50 Prozent Baumharz, gefolgt von Pollen, Wachs, ätherischen Ölen und weiteren organischen Materialien, die im Bienenstock verteilt sind. Hinzu kommen noch eigene Stoffe der Bienen, etwa Enzyme, die die Tiere mittels kräftigem Durchkauen des einstigen Harzes zufügen.

    Das zähe, aufbereitete Harz wird von den Bienen zum Schutz gegen mikrobielle Eindringlinge hergestellt. Wie schon angerissen, resultiert die Wirkung im Bienenstock aus der Zusammensetzung des Kitts:

    • zwischen 50 – 55 Prozent Harz
    • ca. 30 Prozent Bienenwachs
    • etwa 10 Prozent ätherische Öle
    • rund. 5 Prozent Pollenanteile
    • um die 3 Prozent organischer Stoffe (Baumbestandteile, Substanzen aus dem Bienenstock)
    • ca. 2 Prozent Mineralstoffe, Spurenelemente (Kalzium, Kalium, Natrium, Magnesium, Eisen, Vitamin H)
    • Aminosäuren, Enzyme, Kaffeesäureester und Flavonoide

    Diese Zusammensetzung ergibt eine zähe Substanz, mit der die Tiere ihr Zuhause einkleistern. Sie bringen das Kitt überall dort an, wo Möglichkeiten für Keime bestehen könnten, einzudringen. Auch die Wabenzellen werden mit einer hauchdünnen Schicht Propolis überzogen, um auch hier Schutz vor Keimen zu haben.

    Bienen fliegen durch kleine Einfluglöcher ein und aus. Sie besuchen Bäume und Blumen, um ihre Ernte einzubringen. Völlig klar, dass sie eigentlich auch mit Keimen in Kontakt kommen. Damit sie diese nicht in den Bienenstock einbringen, wird das Einflugloch ebenfalls mit dem Kitt bestückt. So passieren die heimkehrenden Tiere eine Art Desinfektionsschleuse und so erklärt sich die relative Keimfreiheit im Inneren des Stocks.

    Und was bringt der ganze Aufwand?

    bienenstock wabe bienen

    Keime wie Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten finden sich natürlicherweise überall dort, wo sie Wärme, eine hohe Luftfeuchte und vor allem Leben vorfinden. In einem Bienenstock ist mit 35 Grad Temperatur immer warm, die Luftfeuchte ist stetig hoch und das Nahrungsangebot ist ein Paradies für schädliche Keime. Aber: In einem Bienenstock gibt es kaum Erreger. Und gelingt es schädlichen Keimen doch, sich zu vermehren, wird durch die steigende Propolis-Produktion eine sich ausbreitende Infektion verhindert.

    Noch ein Beispiel: Manche Fraßfeinde wie Echsen oder Mäusen gelingt es auf der Suche nach Nahrung eventuell, in einen Stock einzudringen. Der Eindringling wird zwar sofort durch Stiche unschädlich gemacht, doch der tote Körper ist zu schwer, so dass er nicht von den Bienen entsorgt werden kann. Da ein toter Organismus durch Fäulnisbakterien zersetzt wird, die als Folge das Überleben des Volkes gefährden könnten, müssen Bienen anders agieren: Sie bestreichen den toten Feind mit Propolis.

    Übrigens balsamierten früher die Alten Ägypter ihre Leichen auch mit Propolis ein und haben damit eine erste Form der Einbalsamierung von Toten geschaffen.

    Studien zur Wirkung von Propolis

    Die antibakterielle Wirkung von Propolis im Bienenstock

    In Studien konnte nachgewiesen werden, dass Propolis unter anderem eine Wirkung gegen Bakterien des Typs Kokken entfaltet. Hierzu zählt auch das bekannte Staphylococcus aureus oder Enterokokken, aber es zeigte sich auch eine hemmende Wirkung auf das Bakterium Escherichia coli.  

    http://journals.sagepub.com/doi/pdf/10.1177/014107689008300310

    und

    https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0378874100003202

    Die Wirkung bei Viren und Pilze

    Vereinzelte Studien, die in kleinem Rahmen im Labor durchgeführt wurden, zeigen an, dass neben der antibakteriellen Aktivität eine Tendenz zur Virenhemmung sowie zur Pilzsporenabwehr gegeben ist.

    https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0378874198001317

    Studien bezüglich der Inhaltsstoffe auf den menschlichen Organismus

    Die Forscher haben noch längst nicht alle im Propolis vorkommenden Substanzen analysiert und kategorisiert. Es gibt nur wenige Studien, die untermauern könnten, dass Propolis tatsächlich bei leichten und harmlosen Beschwerden eingesetzt werden könnte - wenn, dann eher im kosmetischen denn im therapeutischen Sinn. Vermutlich ist das der Grund, warum Propolis keine medizinische Zulassung hat und auch nicht als Therapeutikum empfohlen werden darf - Stichwort Health Claim Verordnung.

    Im Folgenden einige Studien, die die Inhaltsstoffe des Bienenharzes zum Ziel haben, etwa das Baumharz.

    Im Harz sind vor allem Flavonoide enthalten, die zur Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe gehören. Es gibt Studien, die andeuten, dass Flavonoide und andere im Bienenkitt enthaltene Substanzen einen ausgesprochen positiven Effekt auf den menschlichen Stoffwechsel haben könnten:


    https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.3109/13880209.2010.519390


    https://edoc.ub.uni-muenchen.de/16560/1/Klappan_Anja.pdf


    https://www.apidologie.org/articles/apido/pdf/1995/02/Apidologie_0044-8435_1995_26_2_ART0002.pdf

    Allerdings reicht das im Propolis enthaltene Harz nicht aus, um eine Wirkung vergleichbar wie mit einem Medikament zu erzielen.

    Fazit

    Propolis ist ein Bienenerzeugnis und wirkt im Bienenstock antimikrobiell. Es hemmt das Wachstum von Bakterien, Viren, Pilzen und Parasiten. Hergestellt wird das klebrige Material von den Tieren, indem sie das Harz von Bäumen und Knospen abschaben und mit körpereigenen Stoffen sowie Substanzen aus dem Bienenheim mischen. Gut durchgekaut entsteht so eine harzige, klebrige Masse, die im Bienenstock überall aufgetragen wird, wo sich schädliche Mikroorganismen einnisten könnten. Die Wirkung von Propolis auf Keime ist tatsächlich gegeben: im Bienenstock gibt es nahezu keine Keime oder Erreger. Von dieser Seite her droht also kaum Gefahr für ein Volk - leider weitet sich die Wirkung nicht auf die gefährliche Varroamilbe aus, die schon so manches Bienenvolk dahinrafft.

       

    Propolis bietet zusammenfassend im Bienenheim einen wirksamen Schutz gegen Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten. Dass die Keimabwehr funktioniert, zeigt sich an den Bedingungen, die im Inneren eines Bienenstockes herrschen: konstante Wärme bei hoher Luftfeuchte und einem organisch perfekten Nahrungsangebot. Und doch breitet sich eine Infektion nur ganz selten aus - und wenn, verläuft diese dank der Wirkung von Propolis deutlich abgemildert.


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