Propolis für Pferde

Geposted von Hannes Borst

propolis für pferde

 

Inhaltsübersicht

    Propolis ist ein klebriges, harziges Bienenerzeugnis, das im Bienenstock eine erstaunliche Wirkung entfaltet: Es sorgt für eine fast keimfreie Umgebung. Bakterien, Viren oder Pilze haben fast keine Chance, sich unter den Tausenden im Bienenstock lebenden Bienen auszubreiten. Es ist ein reines Naturprodukt und kann vom Menschen nicht künstlich hergestellt werden. Sowohl in der Human- als auch in der Tiermedizin wird das auch als Bienenkitt bezeichnete Propolis ebenfalls eingesetzt, so auch bei Pferden.

    Es ist kein Medikament und darf auch nicht als solches betrachtet werden, doch ein Blick auf die Wirkung im Bienenstock verleitet zu der Annahme, dass das Bienenerzeugnis auch außerhalb Gutes tun könnte.

    Wie entsteht Propolis?

    baumharz propolis

    Bäume haben von der Natur ihre ganz eigenen Waffen mitbekommen, um sich zu schützen. Sie sind in der Lage, Verletzungen zu heilen und sie schützen ihre jungen Knospen vor Fraßfeinden. Dazu nutzen sie ein selbst produziertes Harz. Diese klebrige Substanz wirkt antibakteriell und hindert Parasiten und Keime daran, sich auszubreiten. Bienen fliegen die Bäume an, um das Harz zu sammeln. Beim Abschaben mit ihren Mundwerkzeugen (Mandibeln) kauen sie es bereits einmal durch, was dem Harz gleich körpereigene Enzyme zufügt. Hat sich das Tier genug Harz “aufgeladen”, dann liefert sie es im Bienenstock ab, wo es von den dortigen Arbeiterinnen weiter aufbereitet wird. Am Ende entsteht eine klebrige, sehr harzige Substanz, die bei Wärme fast schon zähflüssig - und bei Kälte hart wie Stein wird. Da es in einem Bienenstock 35 Grad hat, ist die Propolis recht weich und flexibel einsetzbar.

    Die Bienen verteilen das Gemisch aus körpereigenen Substanzen und Harz an allen möglichen Stellen. Einfach dort, wo Gefahr droht, dass schädliche Mikroorganismen eindringen könnten. Sie stopfen es in Ritzen, sie legen einen Ring um das Einflugloch und sie kleistern damit eingedrungene Fremdkörper zu, nachdem sie sie zerstochen haben (Mäuse, Eidechsen).

    Und was macht Propolis nun bei meinem Pferd?

    pferd in der natur

    Die Nutzung von Propolis gehört zur Menschheit wie das Ernten des Honigs. Schon früh versuchten sich berühmte Persönlichkeiten wie Hippokrates oder Aristoteles an der richtigen Verwendung des Bienenkitts. Ob die alten Philosophen Propolis bei Pferden anwandten, ist nicht bekannt. Doch wenn wir davon ausgehen, dass das Bienenerzeugnis als Zweig der Apitherapie ein fester Bestandteil in der traditionellen Heilkunde ist, kann auch von einer frühen Anwendung bei Tieren ausgegangen werden.

    Die Haut eines Pferdes funktioniert ähnlich wie die des Menschen. Schweiß wird über die Haut abtransportiert, Verletzungen können Folgen in Form von Bakterienbefall nach sich ziehen.
    Es gibt diverse Beschwerdebilder, die typisch für Pferde sind, so etwa Strahlfäule oder Mauke. Insektenstiche setzen den sanften Riesen ebenso zu wie uns Menschen und was bei uns zu enge Kleidung anrichten kann, äußert sich bei Pferden in Form von Sattel- oder Gurtdruck. In allen Fällen muss sich ein Tierarzt der Beschwerden annehmen. Doch zusätzlich zu seiner verordneten Therapie kann Propolis unterstützend eingesetzt werden.

    So kann es deine Pferden unterstützen

    Wie schon angesprochen, kann Propolis als hilfreiche Maßnahme die tierärztlichen Aktionen unterstützen. Nahezu jeder Pferdebesitzer kennt die fiesen Symptome von Mauke. Dabei handelt es sich um eine bakterielle Hauterkrankung, die meist in der Fesselbeuge des Pferdes auftritt. Auslöser ist meist ein Zusammenspiel zwischen zu viel Feuchtigkeit, zu eiweißreichem Futter, erhöhter Leberwerte oder einem schwachen Immunsystem.

    Die Suche nach den Ursachen gleicht gerne mal der berühmten Suche nach der Nadel im heuhaufen. Fakt ist: Mauke muss vom Tierarzt diagnostiziert werden und dann geht die Bekämpfung los - gerne mal ein Kampf gegen Windmühlen. Doch hier wurde mit Propolis schon erstaunliche Ergebnisse erzielt. Das klebrige Bienenkitt legt sich wie eine Art Pflaster auf die entzündlich veränderten Hautstellen und helfen so bei der Regeneration.

    Auch bei der Strahlfäule kann Propolis hilfreich eingesetzt werden, sofern der Hufschmied die Strahlfurche - die sich auf der Hufunterseite befindet - vernünftig ausgeschnitten hat. Da Pferde gerne mal in ihren eigenen Mist treten, sind die Hufe ständig feucht. Auch hier kann es mit Erlaubnis des Tierarztes oder Hufschmiedes einen Versuch wert sein, der Strahlfäule mit Propolis beizukommen. Denn das Bienenkitt “dichtet” quasi die Strahlfurche ab, sodass die Entzündung abheilen kann.

    Weitere Anwendungsgebiete bei Pferden sind die üblichen kleinen Verletzungen oder Insektenstiche. Es ist immer hilfreich, eine Salbe mit Propolis im Stallschrank liegen zu haben - diese ist übrigens ganz schnell selbst hergestellt:

    100 ml Pflanzenöl und 6 mg Bienenwachs werden unter ständigem Rühren zusammen im Wasserbad erhitzt, bis das Wachs geschmolzen ist. Jetzt wird die Wachs-Öl-Mischung in ein kaltes Wasserbad gestellt und zwischen 50 und 80 Propolis Tropfen eingerührt. Dann kurz schnell rühren, bis es cremig wird, anschließend abfüllen und auskühlen lassen.

     

    Weitere Möglichkeiten der Anwendung

    Satteldruck ist ein Zeichen, dass der Sattel nicht passt oder dass die Satteldecke beziehungsweise Schabracke nicht sauber auf dem Pferderücken aufliegt. Manchmal können auch fremde Stoffe zu dem Aufscheuern führen. Natürlich muss bei solch einer Verletzung immer zuerst das Equipement fachmännisch begutachtet werden, es bringt nichts, Satteldruck zu behandeln, wenn die Ursache weiter besteht!

    Doch es kann auch dem vorsichtigsten Reiter passieren, dass sich eine wunde Stelle im Bereich der Sattel- oder Gurtauflage bildet, etwa durch einen Halm vom Heu oder Stroh. In solch einem Fall ist Propolis geeignet, dem Tier schnell zu helfen. Hier kann es gerne eine Tinktur mit Alkohol sein, dieser sorgt für eine zusätzliche Desinfektion.

    Doch Vorsicht: Wird Satteldruck mit einer Propolis Tinktur behandelt, sollte diese Stelle gut mit einem nicht fusselnden Stoff abgedeckt werden. Das gilt nur für den Fall, dass der Satteldruck wirklich absolut geringfügig ausgeprägt ist und nicht daran hindert, das Pferd zu reiten.

    Der Grund ist praktischer Natur: Propolis ist sehr harzig und klebrig. Kommt davon etwas auf die Satteldecke, bleibt dort ein Fleck, der auch beim Waschen nicht mehr rausgeht.  

    Achtung bei Allergikern

    Bevor du Propolis bei deinem Pferd anwendest, solltest du zuerst eine Kontaktprobe machen. Rasiere vorsichtig eine kleine Stelle Fell im Bereich der Flanke weg, auf die du dann das Bienenkitt in Form einer Salbe, Tropfen oder einer Tinktur gibst. Beobachte die Stelle die erste Zeit und vor allem am nächsten Tag. Zeigen sich irgendwelche Reaktionen - egal welche - dann wasche gleich das Kitt ab und verzichte auf die Anwendung. Findet sich nichts, kannst du Propolis bei deinem Pferd anwenden, sofern dein Tierarzt nichts dagegen hat.

    Propolis ins Futter?

    propolis pferdefutter

    Tierheilpraktiker setzen auf die innerliche Anwendung bei dämpfigen Pferden, bei Hustern oder bei Kolikern. Allerdings sollte die innere Anwendung immer nur in Absprache mit dem behandelnden Tierarzt erfolgen. Denn der Magen-Darm-Trakt eines Pferdes ist enorm sensibel und wer einmal eine Kolik bei einem Pferd miterlebt hat, wird keinerlei Risiko mehr eingehen wollen. Ist der Tierarzt der Meinung, Propolis kann innerlich verabreicht werden, dann darf natürlich kein Produkt mit Alkohol verabreicht werden. Hier bietet sich Propolis Pulver oder rohes an. Beides lässt sich gut in einem ausgehöhlten Apfel unterbringen, denn im Kraftfutter fressen es vermutlich die wenigsten Pferde.

    Noch idealer ist natürlich Mash, da sich das Granulat leicht in die schmackhafte Mahlzeit einrühren lässt.

     

    Und wie viel benötigt man?

    Es gibt keine allgemeingültige Dosierung - am besten verabreichst du deinem Pferd die Menge an Propolis, die dein Tierarzt empfiehlt. Doch ein kleiner Tipp: Staffele die Menge, verabreiche deinem großen Freund also bei der ersten Anwendung nur etwa ein Zehntel der vollen Dosis, die du dann über zehn Tage steigerst. So kannst du die Verträglichkeit am besten beobachten und gleich reagieren, falls dein Pferd irgendwelche Unpässlichkeiten zeigt. Diese können sich in Hautausschlägen, aber auch mit Durchfällen äußern. Tritt ein Symptom auf, das sich nicht anders erklären lässt, solltest du die Propolis absetzen und zur Sicherheit den Tierarzt konsultieren.

    Die Dosierung der äußerlichen Anwendung

    Propolissalben - oder Lösungen werden so aufgebracht, dass die betroffene Stelle komplett bedeckt ist. Sowohl bei Mauke als auch bei kleineren Verletzungen oder Insektenstichen darf sich die Salbe oder Tinktur großflächig über die Ränder verteilen. Sollte der Tierarzt dazu raten, Propolis bei einer tieferen oder größeren Wunde zu verwenden, solltest du auf ein Bienenerzeugnis ohne Alkohol setzen, denn medizinischer Alkohol hat zwar eine desinfizierende Wirkung, brennt jedoch auch stark.


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