Honig einfrieren - geht das?

Geposted von Samuel Ilg Samuel Ilg |
Honig einfrieren - geht das?
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    Honig einfrieren beegut

    Einfrieren bietet eine schonende Methode, Lebensmittel für eine längere Zeit zu konservieren. Fleisch, Gemüse, Obst und Backwaren bleiben im Eisfach bis zu 12 Monate (oder länger) frisch. Doch wie sieht es mit Honig aus? Lässt sich das Bienenprodukt ohne Qualitätseinbußen einfrieren und dadurch länger lagern?

    Was passiert mit Lebensmitteln beim Einfrieren?

    Minusgrade stoppen das Wachstum von Mikroorganismen und unterbrechen die Aktivität lebensmitteleigener Enzyme. Die Konsequenz: Prozesse wie Reifung und Verderb werden extrem verlangsamt. Damit dehnt sich die Haltbarkeit gefrorener Lebensmittel deutlich aus – bei frischem Gemüse z.B. von wenigen Tagen auf bis zu 12 Monate.

    Macht das Einfrieren von Honig überhaupt Sinn?

    Honig einfrieren

    Es gibt Lebensmittel, die aufgrund ihres niedrigen Wasseranteils und ihres hohen Salz- bzw. Zuckergehalts auch bei Zimmertemperatur ein schlechter Nährboden für Mikroorganismen sind. Getrocknete Nudeln und Hülsenfrüchte lassen sich deshalb über Jahre lagern, ohne dass man sie einfrieren müsste. Auch Salz, Zucker und Honig halten sich fast eine Ewigkeit, ohne dass sich gesundheitsbedenkliche Stoffe bilden. Die natürliche Haltbarkeit von Honig durch Einfrieren noch verlängern zu wollen, erscheint erst einmal unnötig. Aber schauen wir uns die optimalen Lagerbedingungen für Honig einmal genauer an:

    Kann Honig überhaupt verderben?

    Die Honigverordnung schreibt Imkern vor, auf jedem Honigglas ein Mindesthaltbarkeitsdatum anzugeben, das zwei Jahre nach dem Abfülldatum liegt. Bei optimalen Lagerbedingungen lässt sich diese Frist aber ohne Qualitäts- und Geschmacksverlust noch um weitere Jahre ausdehnen.

    Der Grund: Nicht nur der hohe Zucker- und geringe Wassergehalt im Honig bietet Bakterien eine schlechte Lebensgrundlage, auch das Enzym Glucose-Oxidase sorgt außerdem ständig dafür, dass sich im Honig antibakterielles Wasserstoffperoxid bildet. Allerdings bleibt das antiseptische Klima im Honig nur bei guten Lagerbedingungen erhalten: Das Bienenprodukt sollte nicht über 35 Grad Celsius erhitzt werden und außerdem im Dunkeln stehen, weil Licht den aktiven Enzymen schadet. Zudem sollte ein Honigglas bei hoher Luftfeuchtigkeit nicht längere Zeit geöffnet dastehen. Denn Honig wirkt hygroskopisch, d.h. er zieht Feuchtigkeit aus der Umgebung. Steigt sein Wassergehalt infolgedessen irgendwann über 20 Prozent, haben Hefen die Gelegenheit, sich im Honig anzusiedeln. Sie verarbeiten Zuckermoleküle zu Alkohol und Kohlendioxid – der Honig gärt. Auch dann ist er noch nicht verdorben, sondern lässt sich weiterhin zum Backen oder zur Herstellung von Honigwein nutzen. Sein Aroma verändert sich jedoch deutlich vom Süßen ins Säuerliche.

    Akazien Honig einfrieren

    Gibt es Vorteile beim Honig einfrieren?

    Falls ein Honig schon angebrochen ist, aber dann länger nicht gebraucht wird, kann man ihn für eine längere Haltbarkeit durchaus einfrieren. Der Vorteil: Im Eisfach lagert der Honig dunkel und kühl, sodass seine Enzymtätigkeit stoppt und auch eventuell vorhandene Hefen ihn nicht weiter gären lassen. Wichtig: Honig sollte in einem gut verschließbaren Gefäß eingefroren werden, damit er keine Feuchtigkeit ziehen kann. Das Original-Schraubglas bietet hier die beste Lösung, besonders für ungeöffnete Honiggläser. Nach dem Auftauen nehmen die Enzyme im Honig ihre Tätigkeit wieder auf – seinen antibakteriellen Eigenschaften und sein Aroma bleiben vom Einfrieren unangetastet.

    Warum frieren manche Imker Honig ein?

    Manche Imker frieren ihren Honig ein, nachdem er frisch ins Glas abgefüllt wurde. Der Grund: Im Frost verlangsamt sich der Kristallisationsprozess. Seinen Kunden kann ein Imker so auch Monate nach der Honiggewinnung noch flüssigen Honig von Sorten anbieten, die ohne Kühlung bereits feste Kristallstrukturen bilden würden. Ein weiterer Pluspunkt: Im gefrorenen Honig entstehen viel kleinere Kristalle, die dem Honig eine besonders feincremige Konsistenz verleihen können.

    Verhält sich Honig beim Einfrieren wie Eis?

    Honig friert aufgrund seines niedrigen Wasseranteils nicht zu einem Eisblock, sondern verwandelt sich in eine gelatine-artige Masse. Er dehnt sich nicht aus, sodass man nicht fürchten muss, dass Honiggläser im Eisfach bersten. Zwei Stunden nach dem Herausnehmen aus dem Froster lässt sich das Bienenprodukt wieder wie gewohnt verwenden.

    Frozen Honey – ein "riskanter" Tiktok-Trend?

    Aktuell kursieren Social-Media-Videos, mit denen sich das Rezept für „Frozen Honey“ verbreitet. Dafür füllt man Honig in eine kleine Plastikflasche und lässt ihn durchfrieren. Anschließend lässt sich die zähe, eiskalte Masse aus der Flaschenöffnung drücken und lutschen – ähnlich wie das bekannte Wassereis in Tüten für Kinder.

    Doch Vorsicht beim Nachmachen: Die Kälte macht die Geschmacksrezeptoren der Zunge unempfindlicher für Süßes, sodass Eis-Fans unabsichtlich mehr gefrorenen Honig essen als sie es beim Bienenprodukt in Zimmertemperatur tun würden. Die Folge: Die massive Zufuhr von Glukose und Fruktose kann bei empfindlichen Menschen Bauchgrummeln auslösen. Bekömmlicher ist hier ein Frozen Yoghurt, der mit karamellisierten Nüssen und der Lieblings-Honigsorte garniert wird.

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    Samuel Ilg
    Über den Autor
    Samuel Ilg

    Samuel ist Mit-Gründer von beegut, begeistert von Permakultur / Restoration Agriculture, schmökert gerne Hermann Hesse und überzeugt von der Macht des Verbrauchers

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    • habe Propolis Tinktur zur natürlichen Pflege der Haut 50ml gekauft. kann ich das auch innerlich anwenden oder nur zur Hautpflege. kann ich in meine Gesichtscreme ei n paar Tropfen reintun.was wird dann bewirkt trocknet es die Haut aus. .Habe eine trockene Haut bin 77 Jahre
      ———
      beegut:
      Liebe Christa-Maria,

      herzlichen dank für deinen Kommentar. Propolis eignet sich sowohl für die innerliche als auch die äußerliche Anwendung. sofern keine Allergie besteht. Für die Hautpflege ist es ganz wunderbar geeignet, doch bezüglich einer eventuellen Wirkung muss man es einfach ausprobieren. Der Hauttyp ist einfach individuell, deswegen wage ich mal keine pauschale Aussage. ich wünsche dir eine gute Zeit! LG Martina vom beegut-Team >

      Christa-Maria Vöhringer am

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