Wie lange ist Honig haltbar?

Geposted von Samuel Ilg am

haltbarkeit von honig

Wie lange ist Honig haltbar? Das lĂ€sst sich schnell und honigklar beantworten: Es kommt darauf an. Die Frage nach der Haltbarkeit von Honig treibt Imker und Verbraucher um. Auch wenn hier und da zu lesen ist, dass Honig “ewig” haltbar ist, stimmt die pauschale Aussage nicht.

Bei falscher Lagerung leidet die QualitĂ€t erheblich, deswegen muss er aber nicht gleich verdorben sein. Ebenso falsch ist die hĂ€ufig anzutreffende These, dass Honig ein Mindesthaltbarkeitsdatum von zwei Jahren aufweisen mĂŒsse: Der Imker legt das Haltbarkeitsdatum selbst fest und entscheidet, ob er seinem Honig drei Monate oder fĂŒnf Jahre zutraut.

Aber: Das Mindesthaltbarkeitsdatum allein hat keine Aussagekraft ĂŒber die eigentliche Haltbarkeit, Honig kann weit darĂŒber hinaus noch genießbar sein.

Wie lange Honig nun genau "gut" ist, hÀngt von einigen Faktoren ab, die in folgendem Beitrag etwas genauer beleuchtet werden.

Die Haltbarkeit unter optimalen Bedingungen

Richtig ist: Honig mit einem Wassergehalt von unter 18 Prozent, der in einem fest verschlossenen Glas bei höchstens 4 Grad dunkel gelagert wird, sollte tatsĂ€chlich “ewig” haltbar sein.

Der Wassergehalt von unter 18 Prozent und die Umgebungstemperatur verhindern nĂ€mlich die Ausbreitung von Keimen, es ist schlicht zu trocken fĂŒr Erreger. In Honig wĂŒrde jeglichen Mikroorganismus das Wasser entzogen, das bedeutet das Ende der “Keimherrschaft”.

honig abgefĂŒllt

Honig mag ein robustes Lebensmittel sein, doch es vertrĂ€gt keine WĂ€rme und erst recht keine Hitze. Wird ein Honigglas beispielsweise den ganzen Sommer auf dem Fenstersims abgestellt, reduziert sich die QualitĂ€t ganz erheblich. Durch die Licht- und WĂ€rmeeinwirkung werden Enzyme zerstört, der Honig wird also nicht gleich “schlecht”, dennoch ist es kein gutes und gesundes Lebensmittel mehr.

Honig ist zudem hygroskopisch. Er zieht also Feuchtigkeit aus der Luft. LĂ€sst man ein Glas Honig offen stehen, kann es zur GĂ€rung kommen. Diese GĂ€rung ist ĂŒbrigens manchmal sogar erwĂŒnscht, nĂ€mlich wenn der Honigwein Met hergestellt werden soll.

FĂŒr Verbraucher lĂ€sst es sich kurz zusammenfassen: Honig sollte kĂŒhl (bis höchstens 18 Grad), trocken und dunkel gelagert werden - dann ist er nicht ewig, aber doch sehr lange haltbar. Wobei sich hier schon die nĂ€chste Frage aufdrĂ€ngt: Wer will seinen Honig denn so lange lagern? Er schmeckt doch viel zu gut, um als "StaubfĂ€nger" im KĂŒchenschrank vergessen zu werden.

Wasser plus Zucker = Haltbarkeit

Honig besteht aus verschiedenen Zuckern und Wasser. Im MengenverhĂ€ltnis steht Wasser an zweiter Stelle nach dem Zucker und entscheidet so ĂŒber Konsistenz und Haltbarkeit. Wie schon angesprochen, können sich Keime in einem Honig mit einem geringeren Wassergehalt von 18 Prozent nicht ansiedeln. Ein höherer Wasseranteil schĂŒtzt nicht mehr gegen das Wachstum von Keimen. Sowohl die Honigverordnung als auch der Deutsche Imkerbund (DIB) haben folgende Werte bezĂŒglich des Wassergehaltes ausgelobt:

  • "Normaler" Honig: höchstens 20 Prozent laut der Honigverordnung, maximal 18 Prozent nach den Richtlinien des DIB.
  • Kleehonig: höchstens 23 Prozent nach der Honigverordnung, maximal 18 Prozent nach den Richtlinien des DIB.
  • Heidehonig: höchstens 23 Prozent nach der Honigverordnung, maximal 21,4 Prozent nach den Richtlinien des DIB.

Quelle: https://deutscherimkerbund.de/229-Echter_Deutscher_Honig_Qualitaetsrichtlinien

Den Wassergehalt reduzieren?

Im Umkehrschluss mĂŒsste doch eigentlich die These erlaubt sein, dass der Imker einfach den Wassergehalt weiter reduziert, um ein möglichst lange haltbares Honigprodukt zu gewinnen? Das mag schon sein, der Honig wĂ€re noch lĂ€nger haltbar, allerdings wĂŒrde vermutlich kaum ein Kunde diesen Honig ein zweites Mal kaufen. Ein zu niedriger Wasseranteil schmĂ€lert das Aroma, der Honig wird fest und schmeckt schlicht nicht mehr.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum

Wer sich auf dem Marktplatz der HonigverkĂ€ufer umschaut, dĂŒrfte schnell merken, dass sich die Daten bei Weitem nicht immer Ă€hneln. HĂ€ufig findet sich die Aussage, dass Honig ein zweijĂ€hriges Haltbarkeitsdatum aufweisen muss. Das ist "Unsinn", denn der Imker beziehungsweise AbfĂŒller (also auch wir bei beegut) entscheidet darĂŒber, welche Haltbarkeit er seinem Honig “zutraut”. Im Wortlaut der Verordnung liest sich das so:

“Honig ist mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) zu kennzeichnen. Es handelt sich dabei um das Datum bis zu dem dieses Lebensmittel unter angemessenen Aufbewahrungsbedingungen seine spezifischen Eigenschaften behĂ€lt. DiesbezĂŒgliche Entscheidungen liegen im Verantwortungsbereich des Imkers/AbfĂŒllers”

Nachzulesen: https://deutscherimkerbund.de/userfiles/downloads/satzung_richtlinien/Honigverordnung_02_18.pdf

Dieses Mindesthaltbarkeitsdatum gilt ab dem Zeitpunkt der AbfĂŒllung und bedeutet nicht, dass der Honig nach Ablauf schlecht ist. Es bedeutet lediglich, dass er bis zu dem aufgedruckten Datum seine spezifischen Eigenschaften aufweist. Der Honig darf also in dieser Zeit weder gĂ€ren, noch FremdgerĂŒche aufnehmen oder sonst in irgendeiner Form seine Eigenschaften deutlich verĂ€ndern.

Weiteres hierzu zum nachlesen: https://bienenkunde.uni-hohenheim.de/79497

Fazit

Wie lange Honig haltbar ist, hĂ€ngt also von einigen Faktoren ab. Pauschalisierungen lassen sich nicht halten, auch wenn das gerne mal hier und da so dargestellt wird. Honig, dessen Wassergehalt unter 18 Prozent liegt, der kĂŒhl sowie trocken und dunkel gelagert wird, ist sehr, sehr lange haltbar. Übrigens noch ein Satz zur Phasentrennung: Honig, der kristallisiert, ist deswegen nicht schlecht. Durch leichtes ErwĂ€rmen im Wasserbad oder auf der Heizung nimmt er ohne QualitĂ€tseinbußen seine “alte Form” wieder an.

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