5 exotische Honigsorten, die du bestimmt noch nicht kennst

Geposted von Alexandr Matenyn Collaborator am Nov 11, 2018

5 exotische honigsorten

Inhaltsübersicht

    Die Globalisierung und das allumspannende Internet sorgen dafür, dass wir hierzulande längst nicht mehr ausschließlich einheimische Produkte in den Supermarktregalen finden. Wurden früher in vergangenen Jahrhunderten Gewürze mit Karawanen über Jahre mühsam in andere Länder transportiert, genügt heute ein Klick, um am nächsten Tag das begehrte Gut zu haben. Dasselbe Beispiel mit Honig.

    Während man zu Großmutters Zeiten einfach den Honig im Hause hatte, den der im Dorf ansässige Imker anbot, hat sich das Spektrum absolut erweitert. Es ist nichts Besonderes mehr, Manuka Honig, Thymianhonig oder Eukalyptushonig zu kennen oder ihn gar in seiner heimischen Küche stehen zu haben. Selbst mit Begriffen wie Leatherwoodhonig oder Pinienhonig können die meisten etwas anfangen.

    Wenn du gerne in fremde Kulturen schnupperst und auf der steten Suche nach exotischen Honigsorten bist, dürftest du die genannten sicher kennen. Vielleicht gelingt es uns, dich mit 5 exotischen Honigsorten bekannt zu machen, die du noch nicht kennst? Schaun wir mal:

    Rewarewa-Honig

    Die neuseeländischen Maori nennen ihn “Rewarewa”, die Engländer sagen “Honeysuckle” und botanisch korrekt wäre “Knightia excelsa” für den bis zu 30 Meter großen Baum, der zu den Silberbaumgewächsen (Proteaceae) gehört und in Neuseeland beheimatet ist. Bienen sagen vermutlich eher nichts, sie fliegen seine leuchtend roten Blüten einfach an, da er eine ausgezeichnete Trachtquelle für sie bietet. Der daraus gewonnene Honig ist bernsteinfarben und kristallisiert nur langsam aus. Geschmacklich hat er ein weiches, leicht malziges Aroma, welches gerne als blumig und rauchig beschrieben wird. Interessant, dass er keinen hohen Pollenanteil beinhaltet. In Neuseeland wird Rewarewa-Honig teilweise mit Manuka Honig gemischt, da beide Honige als antioxidativ gelten.

    Kaffeeblütenhonig

    kaffeblütenhonig

    Kann Honig nach Kaffee schmecken? Nein. Oder doch, ein kleines bisschen. Zumindest, wenn es sich um Kaffeeblütenhonig handelt. Die ursprünglich aus Afrika stammende Kaffeepflanze wird heute gezielt im sogenannten “Kaffeegürtel” zwischen dem 23.  Breitengrad nördlich und dem 25. Breitengrad südlich angebaut. Wildwachsende Kaffeepflanzen finden sich überwiegend in kühleren Hochlagen in tropischen Regionen, etwa in Brasilien oder Mexiko.

    Von den über 6000 Arten der Kaffeepflanze, die zu den Rötegewächsen zählt, werden nur wenige zur Herstellung des Getränkes herangezogen, hauptsächlich Arabica und Robusta. Kaffeeblütenhonig stellt für viele Menschen einen Nebenerwerb dar, er wird selbst konsumiert und innerhalb der Dorfgemeinschaft verkauft. Der in den freien Handel gebrachte Kaffeeblütenhonig ist meist von heller Farbe und cremiger Konsistenz. Er schmeckt sehr aromatisch, mild und lässt einen hauch Kaffeearoma mehr als nur erahnen.  

    Kamahi Honig

    Schon wieder Neuseeland? Ja, der Inselstaat im Pazifik ist ein Paradebeispiel für blühende Landschaften und hat dementsprechend auch viele Pflanzen, die wir hierzulande nicht kennen. So gehört beispielsweise der immergrüne Kamahibaum zur ursprünglichen neuseeländischen Vegetation. Er gedeiht auf beiden Inseln des Landes, wobei es auf der Südinsel eine Besonderheit im Zusammenhang mit dem Kamahibaum gibt: Die Region South Westland zeigt, wie die Welt ohne uns Menschen aussehen könnte. Es ist eine dünn besiedelte Gegend voller Naturschauspiele und unberührter Landschaften. Die Geschichte des Kamahi geht hier bis zur Zeit der Dinosaurier zurück. Im South Westland darf nur eine menschliche Spezies Nutzen aus der atemberaubenden Natur ziehen: Imker. Ihnen ist es erlaubt, dort ihre Bienenstöcke aufzustellen. Jegliche andere Nutzung ist verboten. Kamahi Honig schmeckt hocharomatisch und vollmundig. Er ist meist von sehr heller Farbe und dürfte aufgrund seiner süßen und fruchtigen Geschmacksnoten bei Kindern gut ankommen.  

    Quillajahonig

    Quillaja saponaria - das hört sich schon direkt nach Temperament und sehr südlichem Flair an. Richtig, denn Quillaja saponaria ist die botanische Bezeichnung für den Quillaybaum, der in Chile beheimatet ist. In den dortigen Bergregionen gedeihen die Bäume, die zur Pflanzengattung der Schmetterlingsblütenartigen gehören. Hierzulande wird die Pflanze gerne als “Seifenbaum” bezeichnet, da Inhaltsstoffe der Rinde gerne für Seifen und Haarwaschmittel genutzt werden. Ein aus dem Baum gewonnenes Pflanzenextrakt ist in Europa unter der Kennung E 999 als Lebensmittelzusatzstoff erlaubt. Der Honig aus dieser Trachtquelle schmeckt sehr blumig, dabei sehr harmonisch und hinterlässt noch lange einen angenehmen Nachgeschmack. Er ist von heller Farbe und wird meist cremig gerührt angeboten.

    Yucatanhonig

    yucatan mexico

    Was heute als nordamerikanische Halbinsel “Yucatan” bezeichnet wird, war früher “das Land der Maya”. Ob die alte Hochkultur auch schon den Honig gegessen hat, der heute bei uns als Spezialität gilt? Ja, hat sie, denn die Maya nutzten Honig sowohl als Süßungsmittel als auch zur Heilung diverser Beschwerden. Yucatan ist eine Halbinsel in Mexiko, die sich über drei Bundesstaaten erstreckt (Yucatan, Campeche und Quintana Roo) und den Golf von Mexiko mit der Karibik verbindet.

    Honig, der seinen Ursprung auf der Halbinsel hat, findet sich oft als “Maya-Honig” deklariert. Es ist ein dunkler Blütenhonig, der sich aus über 800 wild blühenden Pflanzen zusammensetzt. Deswegen schmeckt Yukatanhonig nie gleich - dabei aber immer hervorragend blumig und hocharomatisch, mit einem ordentlichen Einschlag tropischer Raffinesse.

    Und :-)?

    Jetzt hoffen wir natürlich, dass wir dich wenigstens ein wenig überraschen konnten. Exotischer Honig bedeutet oft, dass sich kleine Imker ein Zusatzeinkommen verdienen, sei es in Afrika, Südamerika oder Asien. Die Bienenhaltung hat häufig nichts mit der uns bekannten Imkerarbeit zu tun, sondern wird noch so praktiziert, wie man früher Honig gewonnen hat, etwa in Baumhöhlen. Wirft man beispielsweise einen Blick in Richtung Himalaya, dann riskieren die dortigen Honigjäger sogar ihr Leben, um an den steilen Felsklippen den Honig der Wildbienen zu ergattern. Exotische Honigsorten sind es immer wert, genauer betrachtet oder gar versucht zu werden, immerhin: Reisen bildet - auch auf dem Frühstücksbrötchen.


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