Bienenweide anlegen mit unserer Schritt-für-Schritt Anleitung

Geposted von Martina Pfannschmidt am Apr 30, 2019

 

bienenweide anlegen

Inhaltsübersicht

    Um eine Bienenweide anzulegen, benötigts du drei Dinge: Eine Saatmischung voller bienenfreundlicher Pflanzen, eine Gartenfläche und vielleicht eine Anleitung, wie man eine solche bienenfreundliche Nahrungsquelle anlegt. Sowohl bei der Saatmischung als auch mit der Anleitung können wir dir helfen: Unsere Saatmischung ist mit 64 bienenfreundlichen Pflanzen optimal für die nützlichen Tiere zusammengestellt. Honigbienen - aber auch Wildbienen, Schmetterlinge und andere der Natur förderlichen Insekten finden hier Nektar und Pollen.

    Der erste Schritt: Die Planung

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    Eine Anleitung, wie man eine Bienenweide Schritt-für-Schritt anlegt, findest du weiter unten im Beitrag. Was du nicht benötigst, ist der berühmte “grüne Daumen”. Eine Bienenweide anzulegen ist recht einfach, sofern einige Punkte beachtet werden und auch die anschließende Pflege reduziert sich auf ein Minimum.
    Wir selbst haben dieses Jahr unsere erste eigene Bienenweide angelegt und möchten dir gerne die einzelnen Schritte detailliert zeigen. Wie so oft, ist die Vorbereitung “die halbe Miete”. Je besser du das Projekt “eigene Bienenweide” planst, umso weniger Arbeit und umso mehr Freude hast du mit der Futterquelle für Bienen, Wildbienen und andere nützliche Insekten.

     

    Du benötigst:

     

     

     

    • Eine freie, möglichst sonnige Fläche im Garten (unsere Basis bildete ein Stück Wiese)
    • Einen Spaten
    • Ein oder zwei Gartenhacken
    • Eine geeignete Saatmischung mit pollenreichen Blumen (findest du bei uns im Shop)
    • Eine Gießkanne

    Die Bienenweide im heimischen Garten

    Jede noch so kleine Fläche eignet sich als Bienenweide. Die Pflege einer Blumenwiese reduziert sich auf eine Minimum, denn sie ist einfacher zu händeln als der kurz geschnittene grüne Rasen. Es ist einfach ein Stück Natur in all seiner Farbenpracht. Hummeln, Bienen, Vögel und zahlreiche andere Kleinlebewesen profitieren von einer Bienenweide, sofern sie die richtige Saatmischung enthält. In unserer Bienensaatmischung beispielsweise sind 64 bienenfreundliche Pflanzen enthalten, die für Bienen reichhaltig Nektar und Pollen bereitstellen. Eine gute Saatmischung enthält kleine und große Pflanzen, die sich gegenseitig “respektieren” und vor allem finden sich nur wenige Gräser darin.

    Welche bienenfreundliche Blumen eignen sich? Ein paar Beispiele

    Die hübsche, blaue Kornblume harmoniert farblich wunderschön mit der gelben Färberkamille. Akzente setzt der feuerrote Klatschmohn und dazwischen blüht die weiße Wilde Möhre. Buchweizen, Sonnenblumen, Fenchel, Margerite, Hornklee oder Phacelia versorgen Bienen und andere Nützlinge mit Nektar und Pollen und bieten zugleich einen prächtigen Anblick. In unserer Saatmischung findest du 64 bienenfreundliche Nutz- und Wildpflanzensamen, die sowohl Wild- als auch Honigbienen als Futterquelle dienen. Mehr zum Thema welche Blumen am Besten geeignet sind findest du in unserem Beitrag: Blumen für Bienen

    Los gehts: Eine Bienenweide anlegen

    Die meisten Gärten sind Freiflächen, die von Hause aus optimale Bedingungen für eine Bienenweide bieten: Vollsonnige Plätze mit einem mageren Boden, gerne nährstoffarm. Sobald sich der Frost endgültig verabschiedet hat, kann es mit der Aussaat losgehen, das dürfte in den meisten Regionen die Zeit zwischen März und Mai sein.

    Schritt-für-Schritt zur blühenden Bienenweide

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    1. Im ersten Schritt muss das ausgewählte Stück Rasen oder Wiese für unser Saatgut vorbereitet werden. Direkt auf Wiese auszustreuen bringt leider nichts, denn gegen die Gräser haben unsere Samen keine Chance zu keimen. Mit dem Spaten stichst du leicht schräg etwa wenige Zentimeter tief in den Boden ein und trägst die oberste Schicht mit dem Grasbewuchs ab. Das schnellste Ergebnis lässt sich erzielen, wenn du lauter kleine Quadrate einstichst und diese jeweils kurz anhebst. So kannst du am Ende mit der Schaufel relativ leicht die Grasnarbe abtragen. Die abgetragene Wiesen-Fläche kannst du mit einem Schubkarren z.B. auf deinen Kompost werfen.

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    2. Jetzt geht es an das Umgraben, am besten verwendest hier eine normale grobe Gartenhacke. Im zweiten Durchgang sollte die Erde mit einem Gartenrechen oder ähnlichem nochmals aufgelockert und verfeinert werden. Der Boden ist am Ende bestenfalls locker und "krümelig"

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    3. Um eine optimale Dichte zu erreichen, lässt du den Boden einfach einige Tage ruhen. Mit einer Walze (wir haben einen alten Baumstamm verwendet) geht das Verdichten natürlich deutlich schneller, doch das Setzen des Bodens funktioniert auch ohne dieses Hilfsmittel ganz wunderbar. Hat sich die Erde abgesetzt, gleichst du die letzten Unebenheiten mit einer Harke aus.

    4. Falls du einen größeren Garten zur Bienenweide gestalten möchtest, empfiehlt es sich, einen Weg einzuplanen. Denn die Blumenwiese selbst sollte so wenig wie möglich betreten werden. Blumen sind trittempfindlich und vertragen es überhaupt nicht, platt getreten zu werden (fiel bei uns weg, da seitlich genügend Platz zum laufen vorhanden ist)

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    5. Jetzt kann die Aussaat beginnen. Um ein möglichst gleichmäßiges Resultat zu erzielen, vermischt du das Saatgut mit etwas Sand (ca 1-2g Saatgut pro qm). Das Vermengen mit Sand (was aber nicht zwingend notwendig ist) vereint zwei Vorteile in sich: Einerseits kannst du leicht erkennen, wo sich noch Lücken befinden, andererseits verteilt sich die Saat so einfach gleichmäßiger. Pro Quadratmeter werden im Durchschnitt 1 - 5 Gramm Saatgut gerechnet. Unsere bienenfreundliche Saatmischung reicht für eine Fläche von bis zu max 100 Quadratmetern.

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      m besten gehst du langsam über die vorbereitete Fläche und bringst das Saatgut mit einer schwungvollen Armbewegung aus. Achte darauf, nicht zu dicht zu streuen, nachstreuen kannst du immer noch. Falls du einen Weg durch die Wiese geplant hast, deckst du diesen entweder mit einer Plane ab oder du säst aus der Hocke heraus mit der Hand dicht am Boden entlang des geplanten Weges.

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    6. Anschließend harkst du die Samen minimal in die Erde ein. Hier ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt, denn viele Blumen sind Lichtkeimer und dürfen nicht zu tief im Erdreich verschwinden. Danach muss die Fläche noch ausgiebig gegossen werden - damit unsere Samen auch einen ordentlich Anreiz zum Keimen bekommen ;)
      Der Boden sollte die nächsten Wochen stets gut durchfeuchtet sein, dabei dürfen allerdings keine Pfützen entstehen.

    7. Nach relativ kurzer Zeit beginnt es zu sprießen und zu blühen. Nach etwa 10 Wochen muss die Blumenpracht gemäht werden, um einen dichteren Wuchs zu erzeugen, was letztlich hilft, Unkraut in Schach zu halten. .

    Ein pollenreiches Biotop für Honigbienen, Wildblumen & Insekten

    Eine blumenreiche Wiesenfläche kann noch so klein sein, sie bietet nektarsuchenden Insekten wie Bienen, Schmetterlingen und Hummeln eine lebensnotwendige Futterquelle. Die sogenannte Bienenweide ist ein in sich geschlossener Kreislauf und ein Biotop für Nützlinge.

    Während die bunte Pflanzenvielfalt früher fast nur in ländlichen Regionen gedeihte, entdecken heute mehr und mehr urbane Gartenbesitzer die Schönheit einer Blumenwiese, die pflegeleicht und anspruchslos ist.

    Weide? Bienenweide?

    Grundsätzlich ist eine “Weide” eine bewachsene Fläche, die für Nutztiere eine Futterquelle darstellt. Somit sind Wild- und Kräuterpflanzen eine Weide für die kleinsten Nutztiere der Welt und genau aus diesem Grund wird die bunte Blumenwiese als “Bienenweide” bezeichnet. Um noch weiter aus dem Imker-Nähkästchen zu plaudern: Futterpflanzen für Bienen werden als Trachtpflanzen betitelt und beinhalten neben Nektar noch Pollen und Honigtau. Bienentrachtpflanzen erzeugen sogar reichlich Nektar und Pollen und erfreuen das menschliche Auge mit ihrer bunten Schönheit.

    Früher war alles anders?

    Wir wollen nicht auf den berühmten Zug “...früher-war-alles-besser” aufspringen, doch eines wurde einst tatsächlich anders gehandhabt: Die artenreichen Blumenwiesen wurden später im Jahr gemäht, meist nach der Blüte, denn es wurde vermehrt Frischfutter produziert. Auch wurden die Wiesen nicht in der Häufigkeit abgemäht. Die Zeiten zwischen den einzelnen Mähaktionen reichten für den Aufwuchs und das erneute Blühen der Pflanzen aus. Und die Landwirte hatten noch nicht die hochmodernen Mähmaschinen, die das Mähen im Zeitraffer erledigen. Was früher Stunden dauerte, wird heute in Minuten geschafft.

    https://www.naturland.de/images/Erzeuger/Fachthemen/Fachveranstaltungen/Themenuebergreifende_Veranstaltungen/Sigoel_20.04.2017/Sigl-03_17_Friedmann.pdf

    Die Bedeutung einer Bienenweide für die Honigbiene….

    Für ein einziges Kilo Honig sammeln Bienen zwischen zwei und drei Kilo Nektar. Das bedeutet den Besuch von geschätzt ein bis fünf Millionen Blüten. Ein Bienenvolk hat einen ungefähren Flugradius von rund drei Kilometern. Diese Zahlen alleine verdeutlichen, warum sich selbst in einem kleinen Garten Garten das Anlegen einer Bienenweide lohnt. Denn die Tiere benötigen vom Frühjahr bis in den Herbst hinein ein stetes Nektar- und Pollenangebot.

    ….und für Wildbienen

    Eine Bienenweide dient nicht nur Honigbienen als Futterquelle, auch Wildbienen und andere Insekten finden in einer solchen einen Lebensraum und Nahrung. Interessanterweise gibt es bei den Wildbienen Arten, die sich regelrecht auf eine Pflanzenart oder eine Pflanzenfamilie spezialisiert haben, diese Arten werden als oligolektisch bezeichnet. Die Arten der Wildbienen, die sich an unterschiedlichsten Pflanzen gütlich tun, werden hingegen als polylektisch betitelt. Wie auch immer, alle Nützlinge - von der Hummel bis hin zum Schmetterling benötigen ausreichend Futter - und das möglichst das gesamte Gartenjahr hindurch.

    Wildbienen und ihre Lieblingsspeise

    Sandbienen, Pelzbienen oder Furchenbienen lieben die blaue Kornblume, während etwa Mauerbienen, Seidenbienen oder Maskenbienen häufig in den Blüten der Färberkamille zu finden sind. Hummeln - die übrigens ebenfalls eine Wildbienenart ist - mögen Phacelia ganz besonders gerne. Jede einzelne der rund 550 Wildbienenarten, die es hierzulande noch gibt, findet in einer Bienenweide Nahrung. Somit bietet unsere bienenfreundliche Saatgutmischung nicht nur der Honigbiene Nektar und Pollen, sondern auch zahlreichen anderen Nützlingen, die für den Menschen von großer Bedeutung sind.

    Von Einjährigen, Zweijährigen und Mehrjährigen Blumen

    Während das “normale” Jahr von Januar bis Dezember reicht, verhält es sich Gartenjahr anders. Entgegen dem Mythos blühen beispielsweise Zweijährige ebenfalls wie Einjährige nur eine Vegetationsperiode lang. Verwirrend? Nein, gar nicht, am besten schauen wir uns das mal ganz genau an:

    • Einjährige

    Einjährige Pflanzen benötigen von der Aussaat über das Blühen bis hin zum Absterben nach der Samenbildung eine Vegetationsperiode. Zu den einjährigen bienenfreundlichen Blumen gehören beispielsweise Buchweizen, Sonnenblumen, Phacelia, Ringelblumen, Inkarnatklee, Fenchel, Sommerwicke, Perserklee, Wilde Möhre, Koriander oder der Klatschmohn.

    • Zweijährige

    Zweijährige Blumen blühen zwar nur einmal in der Vegetationsperiode, doch ihr Lebenszyklus umfasst zwei Perioden. Zu den Zweijährigen gehören beispielsweise; Winterkresse, Wiesenpippau, Koriander, Klatschmohn, Echter Kümmel oder die Nachtkerze.

    • Mehrjährige

    Mehrjährige Blumen blühen zwar jedes Jahr aufs Neue, dafür müssen sie nach dem Verblühen abgeschnitten werden. Zu den bei Bienen beliebten Mehrjährigen gehören etwa: Gemeiner Wirbeldost, Borretsch, Kornblumen, Wiesenbärenklau oder Färberkamille.

    All die genannten Blumen und Kräuter sind übrigens iin unserer Saatmischung der bienenfreundlichen Saatmischung enthalten. .

    Kräuter in der Bienenweide?

    Sicher ist dir aufgefallen, dass einige Kräuter bei den Aufzählungen dabei sind. Heil- und Gewürzkräuter runden das Nahrungsangebot für zahlreiche Bienenarten ab. So ist etwa der Garten-Salbei, Thymian oder das Bergbohnenkraut eine beliebte Anflugstelle für Wild- und Honigbienen. Auch in unserer bienenfreundlichen Saatmischung findest du zahlreiche Heil- und Gewürzkräuter, die zu einer bienenfreundlichen Blumenwiese einfach dazugehören.


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