Blumen für Bienen - Das sind die bienenfreundlichsten Blumen

Geposted von Hannes Borst

blumen für bienen übersicht

Inhaltsübersicht

    Das Bienenjahr

    Meist werden bienenfreundliche Blumen mit einer bunten Vielfalt der Blühpflanzen in Verbindung gebracht. Das allein reicht nicht, um als bienenfreundliche Umgebung  zu gelten. So verlassen etwa etliche Bienenarten bereits im zeitigen Frühjahr ihr Nest, um sich mit Nektar und Pollen einzudecken. Zu einer Zeit also, in der die wenigsten Balkon- und Gartenbesitzer eine farbenfrohe Blütenpracht anbieten können.

    Im folgenden Artikel schauen wir, welche Blumen für Bienen besonders wichtig sind - aber auch, wie die Tiere das ganze Jahr über verköstigt werden sollen.

    Blumen für Bienen - was bedeutet “bienenfreundlich”?

    Bietet eine Pflanze der Biene Nektar oder Pollen, gilt sie als bienenfreundlich. Dabei gibt es ein wichtiges Merkmal, welches eine Pflanze nutzlos für Insekten macht: gefüllte Blüten. Diese sind größtenteils ein Resultat der züchterischen Aktivitäten. Eine gefüllte Blüte bietet weder Bienen noch anderen Fluginsekten Nahrung, es ist sozusagen eine Mogelpackung. Solche Blüten sind daran erkennbar, dass sie bis in ihr Zentrum eine vermehrte Dichte an Blütenblättern aufweisen.

    gänseblümchen für bienen

    Es ist tatsächlich nicht mehr so ganz leicht, ungefüllte Pflanzen im Handel zu erwerben. Viele Verbraucher sehen die schönen, dicht bestückten Blüten und erfreuen sich an dem Anblick - doch in einem Garten voller gefüllter Pflanzenpracht wird nichts summen und brummen. Es gibt mittlerweile Züchtungen von Stockrosen, Gänseblümchen, Sonnenblumen, Chrysanthemen oder Zierkirschen - die allesamt gefüllte Züchtungen darstellen und keine Nahrung für Bienen oder andere Fluginsekten bieten. Da die Garten- und Balkonbesitzer bestimmen, was im Handel verkauft wird, wäre es wichtig, nach ungefüllten Blumen zu fragen.

    Der Jahreszyklus

    Zu den bienenfreundlichen Blumen gehören nicht nur sommerblühende Klassiker, sondern bestenfalls Gewächse, die die Tiere das ganze Jahr hindurch mit Nektar und Pollen versorgen.  

    Schneeglöckchen, das Hahnenfußgewächs Winterling oder Weidengewächse sind optimale Futterlieferanten für die ersten Bienen. Zu diesen gehört übrigens die Sandbiene (Andrena apicata), die bereits nach der Schneeschmelze ihre Fühler aus dem Nest reckt und sich in die Natur traut. Diese Wildbienenart ist auf den eiweißhaltigen Pollen von Weiden angewiesen.  

    Während manche Arten schon kurz nach der letzten eisigen Winternacht ausfliegen, gibt es Arten, die bis weit in den Herbst hinein aktiv sind. Um den verschiedenen Bedürfnissen der unterschiedlichen Arten gerecht zu werden, schließen bienenfreundliche Blumen vom Früh- bis zum Spätblüher alles mit ein. Und ein lebendiger Garten, der vom zeitigen Frühjahr bis fat in den Winter hinein blüht, ist doch für Gartenbesitzer auch eine Augenweide?

    Beispiele bienenfreundlicher Wild- und Gartenblumen

    Nachfolgend einige Beispiele bienenfreundlicher Blumen, unterteilt in Wildblumen und Garten- oder Balkonblumen. Wer einen “grünen Daumen” hat, weiß es: Es gibt einjährige und mehrjährige Blumen. Einjährige Blumen (Annuelle) haben nur eine kurze Lebensspanne, ihre Lebensdauer reicht von der Keimung des Samens bis hin zur Blüte über eine einzige Vegetationsperiode.

    Tipp: Bei der eigenen Aussaat auf dem Balkon oder im Garten sind mehrjährige Pflanzen den Einjährigen vorzuziehen, denn diese blühen jährlich und erfordern deutlich weniger Pflegeaufwand.

    Bienenfreundliche Wildblumen

    Als Wildblumen werden Blühpflanzen bezeichnet, die ohne Saat durch den Menschen in freier Natur als Wald- und Wiesenblumen wachsen. Ihr Samen wird entweder durch den Wind oder durch Insekten verbreitet. Wie jede Pflanze hängt es von den Ansprüchen der einzelnen Wildblume ab, wo sie gedeiht.

    Alpenedelweiß

    Das unter Artenschutz stehende Edelweiß (Leontopodium alpinum) wächst beispielsweise ausschließlich in Höhenlagen zwischen etwa 1800 und 3000 Meter. Die Alpenblume mag es gerne sonnig und bietet zwischen Juli und September den einheimischen Bienen in Bergregionen Pollen und Nektar.

    Gelbe Färberkamille

    Die Färberkamille (Anthemis tinctoria) dürfte auf jeder Wildblumenwiese vorkommen. Sie ist äußerst robust, blüht unermüdlich etwa ab Mai bis in den ersten Frost hinein und verträgt unterschiedlichste Bodenverhältnisse. lediglich mit einem verregneten Sommer kommt sie weniger zurecht - am liebsten mag sie Sonne, Wärme und nur wenig Feuchtigkeit. Unter diesen Voraussetzungen hat sie ein reichhaltiges Nahrungsangebot für Bienen in ihrem Blütenkelch.

    Rundblättrige Glockenblume

    glockenblume

    Die Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia) ist ein typischer Sommerblüher. Die Blüte reicht von Juni bis September und sie fühlt sich auf Wiesen, Heiden, Wegesrändern und am Waldrand wohl. Vermutlich ist in jedem Wildblütenhonig anteilig etwas Nektar der hübschen Glockenblume enthalten.

    Kleines Habichtskraut

    Das Kleine Habichtskraut blüht von Mai bis in den Oktober hinein und gehört zur familie der Asternartigen. Es ist eine unscheinbare Pflanze, die in Heiden, in lichten Wäldern, auf Trockenrasen und am Wegesrand gedeiht. Es ist eine der zahlreichen Futterpflanzen für die einheimische Honigbiene und anderen Insekten.

    Weitere Wildpflanzen, die der einheimischen Honigbiene Nektar & Pollen bieten:

    • Arnika (Arnica montana)
    • Große Bibernelle (Pimpinella major)
    • Buschwindröschen (Anemone nemorosa)
    • Stachelige Distel/Weg-Distel (Carduus acanthoides)
    • Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea)
    • Gänseblümchen (Bellis perennis))
    • Gewöhnlicher Hornklee (Lotus corniculatus)
    • Huflattich (Tussilago farfara)
    • Johanniskraut (Hypericum perforatum)
    • Echte Kamille (Matricaria chamomilla)
    • Klatschmohn (Papaver rhoeas)
    • Kornblume (Centaurea cyanus)
    • Löwenzahn (Taraxacum sect. Ruderalia, Syn.: Taraxacum officinale)
    • Wilde Malve (Malva sylvestris)
    • Wiesen-Salbei (Salvia pratensis)
    • Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium)
    • Wiesen-Primel (Primula veris)
    • Spitzwegerich (Plantago lanceolata)

    Bienenfreundliche Blumen für deinen Garten- und Balkon

    Man muss nicht unbedingt einen großen garten haben, die meisten bienenfreundliche Blumen schmücken auch einen kleinen Balkon, nehmen nicht viel Platz weg und bieten einerseits einen schönen Anblick, andererseits Futter für Bienen.

    Goldlack

    goldlack mit biene

    Der zur Familie der Kreuzblütengewächse gehörende Goldlack (Erysimum chein) ist eine zweijährige, sehr bienenfreundliche Blume, die früh im Jahr Nahrung für Bienen und Hummeln bietet. Vor allem ihr süßer Geruch ist stark ausgeprägt, was einerseits die hungrigen Nutztiere anlockt, andererseits eine Wohltat für den Menschen ist. Goldlack macht im Garten oder auf dem Balkon viel Freude, er ist pflegeleicht - sofern er volle Sonne genießen darf.

    Passionsblume

    Die Passionsblume (Passiflora caerulea) ist eine ideale Kübelpflanze und gedeiht besonders gut, wenn ihr ein helles Plätzchen zur Verfügung steht. Die Kletterpflanze mag “feuchte Füße”, aber keine Staunässe. Ihre hübsche Blüte präsentiert sie unter optimalen Bedingungen von März, teilweise bis in den Oktober hinein. Die Passionsblume ist eine wunderbare, bienenfreundliche Blume mit viel Eleganz und Schick.

    Kamille

    kamille auf der wiese

    Die echte Kamille (Matricaria recutita) gehört zu den Korbblütlern und neben ihrer Verwendung als Heilkraut ist es eine hübsche, einfach zu pflegende Garten- oder Balkonpflanze. Wird sie zwischen März und mai ausgesät, blüht sie zwischen Mai und Oktober.

    Veilchen

    Veilchen (Viola) sind beliebte Zierblumen, die zudem noch sehr bienenfreundlich sind. Sie mögen es mäßig feucht, dürfen aber nicht in trockener Erde stehen. Sie blühen zwischen März und August, wobei sie regelmäßig von Ablegern befreit werden müssen, um die Hauptpflanze zu stärken.

    Ringelblume

    ringelblume blüte

    Die Ringelblume gehört zu den Korbblütlern (Calendula officinalis) und sie gehört zu den Einjährigen. Zwischen Juni und Oktober blühen Ringelblumen recht intensiv und in der nacht verschließen die Blumen ihre Blüten. Ringelblumen sind neben ihrer Verwendung als Heilkraut eine Augenweide auf dem balkon oder im Garten, da sie eine schöne Färbung aufweisen und leicht zu pflegen sind.

    Jeder Balkon, jeder Garten profitiert von Kräutern. Minze, Thymian, Borretsch, Lavendel oder Salbei sind wunderbare Bienenweiden, sofern man die Kräuter blühen lässt.  

    Weitere Garten- oder Balkonblumen:

    • Blaustern (Scilla)
    • Schlüsselblume (Primula veris)
    • Margerite (Leucanthemum)
    • Prachtkerzen (Gaura)
    • Schmuckkörbchen (Cosmos bipinnatus)
    • Astern (Aster)
    • Storchschnabel (Geranium)
    • Weidenröschen (Epilobium)
    • Flammenblume (Phlox)
    • Spinnenblume (Cleome)
    • Blaukissens (Aubretia)
    • Vergissmeinnichts (Myosotis)
    • Duftsteinrich (Lobularia)
    • Katzenminze (Nepeta)
    • Kugeldistel (Echinops)
    • Duftnessel (Agastache)
    • Dahlien (Dahlia)
    • Sonnenblume (Helianthus)
    • Sonnenhut (Rudbeckia)

    Zu den typischen Frühblühern im Winter gehören Schneeglöckchen, Krokusse oder die Christrose.

    Im Frühjahr bieten Gänseblümchen, Löwenzahn, Huflattich, Primel, Pfingstrosen oder Rosmarin genug Nahrung.

    Der Sommer ist geprägt von Glockenblumen, Brombeeren, Himbeeren, Klee, Kornblumen, Lilien, Sonnenblumen, Thymian oder Wiesenknöterich.

    Im Herbst haben Eisenhut, Herbstzeitlose, Dahlie, Oregano oder Helenenkraut genug Nahrung für Bienen.

    Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat ein kleines, übersichtliches Lexikon bienenfreundlicher Blumen zusammengestellt, schau mal hier - natürlich gibt es auch eine dazugehörende App.


    Diesen Post teilen



    ← Älterer Post Neuerer Post →


    Hinterlassen Sie einen Kommentar

    Bitte beachten Sie, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen.


    Folge uns auf Instagram #beegut