DIY: Praktische Bienenwachstücher einfach selber machen

Geposted von Hannes Borst

beeswrap diy

Inhaltsübersicht

    Obst, Gemüse, Brot, Lebensmittel in Schüsseln - Frischhaltefolie drüber und gut ist. Hat sie ihren Zweck erfüllt, landet sie im Müll. Und spätestens jetzt ist überhaupt nichts mehr gut. So nützlich Frischhaltefolie auf den ersten Blick sein mag, der Glanz verblasst spätestens beim Gedanken an die weltweite Plastikverschmutzung. Mittlerweile sind viele Handelsriesen dazu übergegangen, Produkte »To-Go« anzubieten, etwa die geschälte Ananas, deren Schale entfernt wird, um sie in einer Plastikverpackung anzubieten.

     

    Abgesehen vom Ignorieren solcher Ware kannst du hier nur wenig tun. Obwohl – doch, du kannst eine Menge tun.

    Du kaufst besagte Ananas in ihrer natürlichen Form, also samt Schale, die du zuhause entfernst und hältst die Frucht mit simplen Wachstüchern frisch. Ganz wie zu Urgroßmutters Zeiten, ohne Plastik, ohne Umstände, dafür mit Rohstoffen aus der Natur.

    Schon sind wir mittendrin in einem spannenden Themenfeld - Frischhaltefolie aus natürlichen Materialien, sogenannte Beewraps.

    Warum wir auf Beeswraps setzen

    Wir von beegut finden solche natürlichen Alternativen zur Frischhaltefolie super. Damit werden wir zwar weder (sofort) die Weltmeere retten noch dem Plastikwahnsinn beikommen - aber wir tragen einen kleinen Teil bei auf dem langen Weg, dem Plastikmüll beizukommen. Gerade Lebensmittel müssen nicht mit „Kunst-Stoff“ frisch gehalten werden, es geht auch natürlich. Mittlerweile gibt es zahlreiche Alternativen, Plastik zu vermeiden, eine davon ist die Möglichkeit, Lebensmittel mit Bienenwachstüchern frisch zu halten.

    Schritt-für-Schritt zum Bienenwachstuch

    Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung kannst du ganz leicht Beewraps herstellen und hast eine Frischhaltefolie, die der aus Kunststoff in nichts nachsteht. Außer dass sie aus natürlichen Materialien besteht. Sie ist lange haltbar, sie ist antibakteriell, sie ist flexibel einsetzbar und sogar mehrfach verwendbar.

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    Die Grundlage von Beewraps besteht aus einem mit Bienenwachs bestückten Baumwolltuch. Das flüssige Wachs muss also auf den Stoff gebracht werden, hier gibt es mehrere Techniken. Die einen lassen das Wachs im Wasserbad ausschmelzen und tragen es in flüssiger Form mit einem Pinsel auf das Tuch auf. Die anderen legen zwei Bamwolltücher übereinander, getrennt durch Wachsplatten und bügeln das Wachs in das Tuch ein. Wir haben einige Verfahren getestet und zeigen dir, mit welcher Technik das beste Ergebnis erzielt werden konnte. Alles, was du benötigst, sind unsere Bienenwachspastillen, Jojoba-Öl, Kokosöl, Baumharz und ein Baumwolltuch.

    Was du alles brauchst - Zutatenliste:

    Die genauen Mengen können variieren, hier einfach selbst etwas experimentieren. Die angegebenen Mengen beziehen sich auf ein "Basis-Set" von 3-4 Tüchern.

    • Bienenwachs
    • Baumwolltuch
    • Kokosöl (Jojobaöl geht auch)
    • Propolis Tinktur (geht auch ohne, sorgt jedoch für zusätzliche natürliche Desinfektion)
    • Baumharz (wir verwenden Kiefernharz)

    Der erste Schritt

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    1. Zuerst legen wir die Materialien  bereit. Dazu schneidest du dir deine gewünschten Größen der Beewraps aus einem Baumwolltuch zurecht. Ein kleineres für das Pausenbrot, ein größeres, um damit eine Schüssel abzudecken, eines für deine Lebensmittel im Kühlschrank - einfach die Größen, die du benötigst. Die Tücher legst du auf ein Backblech, das mit Backpapier bestückt ist

    2. Im nächsten Schritt zerkleinerst du die Bienenwachspastillen. Wir empfehlen an dieser Stelle unsere eigenen Bienenwachspastillen (aber das Wachs von deinem lokalen Imker ist natürlich ebenfalls bestens geeignet), diese sind frei von Rückständen, wurden in Deutschland mehrfach schonend gereinigt und auf Rückstände geprüft und sie haben ein ausgezeichnetes Schmelzverhalten. Die Qualität des Bienenwachses entscheidet ein gutes Stück über die Eigenschaften des Bienenwachstuches mit, denn Bienenwachs hat antibakterielle Eigenschaften. Die zerkleinerten Pastillen gibst du in eine Schüssel.

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    3. Füge etwa 5-8 Prozent Kokosöl (davor leicht erwärmen, so dass das Kokosöl verflüssigt) und 15 Tropfen Propolis Tinktur hinzu. Das Öl sorgt später für eine geschmeidige Handhabung der alternativen Frischhaltefolie und das Propolis für eine zusätzlich natürliche Desinfektion. Zu guter Letzt gibst du noch etwas Baumharz in die Mischung und vermengst die Rohmaterialien miteinander.

      bienenwachstuch selber machen

      bienenwachstuch selber herstellen

    4. Wir empfehlen dir dringend, dein Backblech mit Backpapier auszulegen und sehr sorgfältig zu arbeiten - ansonsten steht ein Großputz der Küche an. Lege das zugeschnittene Baumwolltuch auf das Backpapier, glätte die Falten aus und verteile / verstreue die Wachsmischung grob darauf. 

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    5. Das Backblech in den Ofen schieben, die Temperatur auf etwa 85 Grad einstellen, warten, bis alles schön geschmolzen ist und raus nehmen.

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    6. Direkt nach der Herausnahme aus dem Ofen tupfst du mit einem anderen Baumwolltuch auf das noch heiße Tuch leicht ab und nimmst damit überschüssiges Wachs auf - so geht nichts verloren.

    7. Danach hängst du das Tuch mit einer Wäscheklammer auf, so trocknet es gleichmäßig, das geht ganz schnell.  Ggf. musst du an ein paar Stellen den Vorgang wiederholen, damit überall Wachs am Tuch ist.

    Nicht zu viel - nicht zu wenig

    Was die genauen Mengen der einzelnen Zutaten angeht, experimentiere ein wenig. Nimm lieber etwas zu wenig Bienenwachs, denn ein zu viel sorgt für unpraktische Wachsschichten. Falls es zu wenig war, ist das kein Problem, dann gibst du noch ein paar Pastillen dazu und schiebst das Ganze nochmals in den Ofen. Die erwärmte Wachsmischung zieht in den Stoff ein und sättigt ihn.

    Die Bienenwachstücher verwenden

    Grundsätzlich können bis auf rohes Fleisch oder Fisch alle Lebensmittel in ein Beewrap eingewickelt werden. Sowohl Bienenwachs als auch Baumharz haben eine antibakterielle Wirkung, was bei der Aufbewahrung von Lebensmitteln natürlich immens wichtig ist.

    Zudem kann das Bienenwachstuch in jede beliebige Form gebracht werden, denn durch die Wärme deiner Hände wird es biegsam und lässt sich flexibel einsetzen.

    Reinigen nicht vergessen

    Die Pflege des wiederverwendbaren Tuches funktioniert denkbar einfach: einfach hin und wieder mit kaltem Wasser oder ggf. zusätzlich mit einem milden Bio - Reinigungsmittel abwaschen und lufttrocknen.

    Passende Produkte aus unserem Shop:


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    • Eine tolle Sache, diese Tücher. Ich verwende sie für sämtliche Lebensmittel im Kühlschrank.
      Allerdings würd ich sie auch gerne statt Jausensackerl zum Mitnehmen verwenden. Da sie aber an allen Dingen an denen sie anliegen einen Wachsfilm hinterlassen (an den Händen stört mich das nicht), tu ich es noch nicht. Habt ihr da einen Tipp? Ich will die eingewickelten Brote ja nicht extra in ein Plastiksackerl packen. Das ist wohl nicht der Sinn der Sache.
      LG Petra

      Petra am
    • Hallo zusammen,

      da die meisten Probleme mit dem Kiefernharz haben hier nochmal paar Worte dazu ;)
      Wir hatten anfänglich ähnliche Probleme, wichtig ist, das Kiefernharz gut zu pulverisieren (mit dem Mörser z.B.) und dann entweder mit dem geschmolzenen Bienenwachs mischen oder auf das Tuch geben welches dann in den Backofen kommt. Wichtig ist auch, dass Kiefernharz etwas länger benötigt als Bienenwachs um zu schmelzen (und leicht höhere Temperaturen). Einfach mal ausprobieren ;)

      Warum überhaupt Kiefernharz?
      Das Harz sorgt für den nötigen Halt / Haftbarkeit der Tücher, gleichzeitig wirkt es leicht anti-bakteriell was die Lebensmitte im Idealfall länger frisch hält. Daher ist das Harz ein absolutes Muss in jedem Bienenwachstuch!

      Bei weiteren Fragen, einfach gern in die Kommentare schreiben :)

      Liebe Grüße,
      Samuel

      Samuel vom beegut-Team am
    • Hallo
      Wozu braucht es den Baumwachs? Geht’s auch ohne?
      Danke und lieber Gruss
      Regina

      Regina Zwisler am
    • Hallo!
      Vielen Dank erstmal für eure Anleitung, die Ihr mit uns geteilt habt.
      Ich habe es heute zum zweiten Mal probiert. 15 Gramm Bienenwachs reichen bei mir locker für ein Backblechgroßes Baumwolltuch.
      ABER, ich habe so meine Probleme mit dem Harz :( Es verteilt sich nicht richtig, und auch zermörsert löst es sich nie richtig auf. Ich habe es nun etwas länger im Ofen gelassen und dann hat es braune verbrannte Flecken hinterlassen. Auch mit dem Verfärben, wie eine Vorrednerin geschrieben hatte habe ich Bekanntschaft gemacht, wer also Harz nimmt, sollte keine Baumwolltücher mit hellem Hintergrund nehmen, das sieht hinterher unschön aus.
      Ich glaube eine weitere Chance werde ich dem Harz nicht geben und es in Zukunft lieber ohne probieren.

      Liebe Grüße!

      GO am
    • Hallo Samuel,
      in welchem Verhältnis mischt ihr das Bienenwachs und das Harz?
      Ich danke dir im Voraus! :) Lg tina

      Tina am

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