Bienenwachs Kosmetik

Was den Bienen als Baustoff dient, ist für Naturkosmetik Konsistenzgeber und Pflegeformel in einem: Bienenwachs. Es wird von den sogenannten “Baubienen” produziert, indem sie winzige Plättchen von klarer Substanz ausscheiden. Damit bauen die Tiere ihre Waben und erst durch die Nutzung verfärbt sich das Wachs dunkler. Die Wabenzellen dienen hauptsächlich als Brutstätte und als Lagerort für das gesammelte Erntegut. Anhand der Farbe erkennt der Imker das Alter und den Abnutzungsgrad der Waben. Aus hygienischen Gründen entnimmt er als “alte” Wabenzellen und kommt so an den begehrten Rohstoff für naturkosmetische Produkte.

Inhaltsübersicht

    Wie wird Bienenwachs eigentlich gewonnen?

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    Nach der Entnahme des Wachses aus dem Bienenstock muss es aufwendig gereinigt werden. Entweder wird das Wachs immer wieder aufgekocht, bis sich alles Fremdmaterial absetzt oder es wird in einem chemischen Verfahren gereinigt. Die typisch gelbe Farbe erhält Bienenwachs aufgrund enthaltener Flavonoide aus der Propolis oder durch Carotinoide, also natürlich vorkommende fettlösliche Farbpigmente. Bienenwachs wird in unterschiedlichen Darreichungsformen angeboten, so gibt es Platten, Barren, ungereinigte Wachsstücke oder Pastillen. Letzteres bieten sich wunderbar bei der herstellung eigener Naturkosmetik an, aus dem einfachen Grund der einfachen Dosierbarkeit. Wie bei jedem “Rezept” sollten die Zutaten genau abgewogen werden können. Das Wachs mühsam und punktgenau von einem Block abhobeln, dürfte nicht unbedingt viel Freude machen.

    Cera Flava oder Cera Alba?

    Natürliches, gereinigtes Bienenwachs ist gelb und wird im Fachjargon als “Cera Flava” bezeichnet. Zudem wird noch ein nahezu weißes Bienenwachs angeboten, dieses ist als “Cera Alba” bekannt.  Während Ersteres ein vollkommen reines, naturbelassenes Produkt ist, handelt es sich bei Cera Alba um Wachs, welches meist gebleicht wurde.

    Warum Bienenwachs in der Kosmetik eingesetzt wird

    Vergleicht man rein nur die Eigenschaften von Bienenwachs mit denen von Fett oder Öl, geht das Wachs als klarer Sieger hervor: es ist nicht ölig oder schmierig, es wird nach dem Erkalten fest und es ist insgesamt flexibler. Bei einer Temperaturentwicklung von ca. 60 Grad schmilzt es, bei anschließender Abkühlung verfestigt es sich.

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    Das macht es natürlich zu einem idealen Rohstoff in selbstgemachter Naturkosmetik, ob jetzt als Zutat in Salben, Cremes, Lippenbalsam oder als Bart- beziehungsweise Haarwachs. Rein unter dem chemischen Aspekt handelt es sich bei Bienenwachs um einen wasserunlöslichen Naturstoff und fällt somit unter die Sammelbezeichnung “Lipide”. Um die chemischen Aspekte zu vervollständigen: Bienenwachs besteht aus einer Mischung von Estern, langkettiger Alkohole und Säuren (Myricin). Zudem finden sich noch gesättigte Kohlenwasserstoffe und herkunftsspezifische Substanzen darin.

    Alles in allem ist Bienenwachs schwach emulgierend, bietet dafür jedoch eine gute Grundlage als Konsistenzgeber, so lässt sich damit die Festigkeit einer Salbe oder Creme ausgezeichnet regulieren.

    Warum es gut für deine Hautpflege ist

    Ein weiterer Vorteil liegt in der Verträglichkeit der Fettkomponenten. Neben der emulgierenden Eigenschaft bietet das Wachs einen wertvollen Schutz für die Haut. Es hat sowohl pflegende als auch schützende Eigenschaften. Bienenwachs in der Hautpflege lässt Feuchtigkeit zu, ohne die Poren zu verstopfen. Im Gegenteil, es wirkt wie eine Art Speicher, so dass die Haut von der eingelagerten Feuchtigkeit profitiert.

    Als Zutat in kosmetischen Hautpflegeprodukten überzieht das Wachs zu trockene Haut mit einem feinen Schutzfilm, ohne dabei zu beschweren oder ein unangenehmes Gefühl  hervorzurufen. Bei normaler Haut oder gar zu fettiger Haut sollte nur wenige Bienenwachs in dem Pflegeprodukt enthalten sein, da es nicht regulierend wirkt.

    Welche Produkte sind besonders geeignet?

    Einst galt es als einziger Rohstoff der Kerzenproduktion, doch Stearin und Paraffin haben es weitgehend verdrängt. Industriell wird das Wachs als Trenn- und Überzugsmittel bei den Lebensmitteln genutzt (erkennbar an der Zulassungsnummer E90) oder es spielt seine Stärken bei den Kosmetikherstellern aus. Hier wird es insbesondere für folgende Produkte genutzt:

    • Salben
    • Handcremes
    • Hautcremes
    • Lippenbalsam
    • Bartwachs
    • Haarwachs

    Auch bei der Leder- oder Möbelpflege lässt sich das Wachs gut nutzen. Manche Skifahrer pflegen damit ihre Ski und da wachs bei etwa 20 Grad knetbar wird, ist es ein beliebter Rohstoff zum Basteln.

    Naturkosmetik mit Bienenwachs

    Die konsistenzgebenden Eigenschaften ergeben zusammen mit den hautschützenden Aspekten eine gute Symbiose. Beim selber machen lässt sich zudem durch das Wachs die Festigkeit der Salbe oder Creme gut beeinflussen: Wer eine feste, wachsartige Creme / Salbe haben möchte, nimmt etwas mehr Wachs, wem eine gut einziehende Hautpflege am Herzen liegt, nimmt etwas weniger Wachs.

    Besonders im Winter ist eine Salbe mit Bienenwachs nahezu unschlagbar, zumindest bei den Geplagten, die durch die winterliche Kälte mit spröden, rissigen Händen zu kämpfen haben.

    So wird es in der Naturkosmetik verwendet

    Selbst wer sich noch nie an das selbermachen von Naturkosmetik wagte, dürfte über die Leichtigkeit, mit Bienenwachs zu arbeiten, erstaunt sein. Die wichtigste Grundregel lautet beim Erhitzen: Nie direkt im Topf, sondern immer nur im Wasserbad. Das Wachs beginnt ab ca. 60 Grad recht schnell zu schmelzen und nach dem Abkühlen härtet es in kurzer Zeit wieder aus und hat wieder seine ursprüngliche Konsistenz.

    Bei der Salbenherstellung lässt sich das Wachs sauber und vor allem völlig risikolos verarbeiten: Es schmilzt zusammen mit dem Fett im Wasserbad aus und wenn es geschmolzen ist, wird es vom heißen Wasserbad in ein kaltes Bad gestellt - oder man lässt es bei Raumtemperatur auskühlen. Das Einzige, was vermieden werden sollte, ist eine Überhitzung des Wachses in der Fettphase. Deswegen: nach dem Schmelzen sofort das Gefäß aus dem heißen Wasserbad herausnehmen und verarbeiten.

    Bei der Herstellung einer Creme wird es leicht aufwendiger, denn eine Creme beinhaltet immer eine Wasser- und eine Fettphase, was bei der Salbe nicht der Fall ist. Hier gibt es jedoch ebenfalls einen simplen Trick, um sowohl die Wasser- als auch die Fettphase auf das gleiche Temperaturniveau zu bringen: Stelle am besten beide Phasen zeitgleich in ein Wasserbad. So erreichst du, dass sich sowohl die Wasser- als auch die Fettphase gleichzeitig auf dieselbe Temperatur erwärmen. Denn wäre die Wasserphase kühler, könnte das Wachs beim anschließenden vermischen zu schnell aushärten.  

    Ein Rezept zum selbermachen

    Wenn du dich an einem absolut einfachen Bienenwachs-Rezept versuchen möchtest, dann nimm 100 ml von einem hochwertigen Pflanzenöl und wiege 6 Gramm Bienenwachs ab. Erhitze das Öl und das Wachs in einem Wasserbad, bis alles geschmolzen ist. Anschließend nimmst du das Behältnis aus dem Wasserbad heraus, rührst das Ganze noch mal ordentlich durch und füllst das Öl-Wachs-Gemisch in vorbereitete Tiegel oder Döschen ab. Noch effektiver wird die Salbe, wenn du etwas Propolis unterrühren kannst. Nach rund sechs Stunden hast du eine gute Salbe, die sich optimal für trockene Hautstellen eignet.

    Dir ist die Salbe zu fest? Kein Problem - ab damit ins Wasserbad und etwas frisches Öl dazu - dann das Ganze von vorne. Schmelzen lassen, abfüllen, erkalten lassen. Wenn dir die Salbe hingegen zu weich ist, fügst du einfach noch ein Gramm Bienenwachs dazu.


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