Waldhonig oder BlĂŒtenhonig? Wo ist der Unterschied?

Geposted von Hannes Borst am

BlĂŒtenhonig Waldhonig

Honig ist gleich Honig? Keineswegs. Im Gegenteil, es gibt Mischhonige, reine Sortenhonige, Blatthonig, Sortenhonig, Waldhonig und BlĂŒtenhonig, nur um ein paar Beispiele zu nennen. Dabei gibt es eine ĂŒbergeordnete Kategorisierung, nĂ€mlich die Einteilung nach der botanischen Herkunft. Diese lĂ€sst nur zwei Möglichkeiten zu: Entweder handelt es sich um Honig aus Nektar oder um einen aus Honigtau. Dabei eint jeden Honig eines: Er entstammt der sogenannten Tracht. Es gibt also eine BlĂŒtentracht oder eine Honigtautracht. Im folgenden Beitrag geht es um den Unterschied der beiden Oberbegriffe, um den Geschmack und um besondere Merkmale der jeweiligen Honigform.

wald oder blĂŒtenhonig

Das Nektarangebot entscheidet

Nektar ist der von Pflanzen produzierte Saft, der sich in oder an BlĂŒten sammelt. Dieser Saft wird von den Bienen gesammelt und in den Bienenstock eingetragen. Es handelt sich also um die BlĂŒtentracht. Eine bunte Sommerwiese liefert genauso die Basis fĂŒr BlĂŒtenhonig wie das gelbe, in voller BlĂŒte stehende Rapsfeld. Jegliche nektarspendende Blume birgt die Basis fĂŒr BlĂŒtennektar in sich. Sobald der Honig mindestens zu 60 Prozent aus BlĂŒtennektar besteht, handelt es sich um BlĂŒtenhonig.

Unterteilung der Honige

Kann die Herkunft des BlĂŒtenhonigs noch weiter eingegrenzt werden, gibt es den begehrten Sortenhonig. Auch hier liegt der Mindestgehalt der anteiligen Pflanze bei 60 Prozent. Stehen Bienenstöcke inmitten einem Kleefeld, stehen die Chancen fĂŒr den Imker gut, einen Sortenhonig zu gewinnen, nĂ€mlich Kleehonig, der aber in seiner Einteilung ebenfalls ein BlĂŒtenhonig ist.

Im Grunde ist somit jeder aus BlĂŒten gewonnene Honig erstmal ein BlĂŒtenhonig, der dann jedoch zu einem Sortenhonig werden kann. Zu den beliebtesten Sortenhonige zĂ€hlen beispielsweise Manuka Honig, LindenblĂŒtenhonig, aber auch echter Fenchelhonig oder Akazienhonig.

Kein Pflanzenname voran?

Sicher kennst du unseren “SommerblĂŒtenhonig”, auch dabei handelt es sich um einen Honig aus dem Nektar von BlĂŒten. Bienen lassen sich nicht vorschreiben, welche Tracht sie ansteuern. Als “Tracht” wird das gesamte Angebot bezeichnet, welches von Bienen aufgesucht wird. Finden die Bienen eine gute Trachtquelle, steuern sie diese solange an, bis das Trachtangebot erschöpft ist. Dieses Verhalten der Bienen wird als “blĂŒtenstet” bezeichnet. So kann es vorkommen, dass sich Bienen auf einer Wildblumenwiese zuerst der einen Pflanzenart hingeben, bis die Quelle des Nektars erschöpft ist. Sofort suchen sie sich die nĂ€chste Quelle und holen sich dort ihren Nektar. Auf diese Weise kann es wunderbaren BlĂŒtennektar geben, der die gesamte Vielfalt der bunten Pflanzenwelt in sich birgt.

Und Honigtau?

Honigtau ist kein BlĂŒtennektar, sondern bezeichnet die Ausscheidungen von Insekten wie etwa SchildlĂ€usen oder Zikaden, die sich an dem sĂŒĂŸen Saft von Waldpflanzen labten. Dabei ist “Ausscheidungen” sicher das falsche Wort, denn es handelt sich nicht um Kot von Insekten. Es ist vielmehr der Überschuss, den die Kleinstlebewesen nicht mehr verdauen können. Dieser sĂŒĂŸe, kristallklare Saft wird von Bienen eingetragen und als Honigtau bezeichnet, der Grundlage fĂŒr Waldhonig.

So unterscheiden sich die beiden Honigsorten

An unserem Waldhonig kannst du erkennen, dass er deutlich dunkler als die BlĂŒtenhonige ist. Zudem ist er klar, wĂ€hrend die meisten BlĂŒtenhonige cremig gerĂŒhrt sind. Auch das ist ein Erkennungsmerkmal, denn Waldhonig - also Honig aus Honigtau - enthĂ€lt im Vergleich zu BlĂŒtenhonig wenig Traubenzucker. Deswegen bleibt Waldhonig auch sehr lange flĂŒssig, wĂ€hrend BlĂŒtenhonig recht schnell kristallisiert.

Auch im Geschmack verschieden

Waldhonig schmeckt hĂ€ufig recht krĂ€ftig und aromatisch, wĂ€hrend BlĂŒtenhonig je nach Tracht lieblich-mild und mit einer fruchtigen Note punktet. Interessant auch, dass der jĂ€hrlich eingetragene BlĂŒten- oder Waldhonig nie gleich schmeckt, auch wenn er vom gleichen Imker herrĂŒhrt. Das liegt schlicht am Trachtangebot, vielleicht fliegen die Bienen heuer zuerst die KrĂ€uterpflanzen an? Vielleicht im nĂ€chsten Jahr das nahegelegene LindenblĂŒtenangebot? Und Waldhonig ist ohnehin jedes Jahr aufs Neue eine Delikatesse, besonders wenn er wie unserer aus dem schönen Schwarzwald stammt. Am besten versuchst du einfach beide - du wirst merken, dass beide Sorten ihre ureigenen VorzĂŒge haben, egal fĂŒr welche die du dich entscheidest.

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