Waldhonig oder Blütenhonig? Wo ist der Unterschied?

Geposted von Hannes Borst am Jan 13, 2019

Blütenhonig Waldhonig

Honig ist gleich Honig? Keineswegs. Im Gegenteil, es gibt Mischhonige, reine Sortenhonige, Blatthonig, Sortenhonig, Waldhonig und Blütenhonig, nur um ein paar Beispiele zu nennen. Dabei gibt es eine übergeordnete Kategorisierung, nämlich die Einteilung nach der botanischen Herkunft. Diese lässt nur zwei Möglichkeiten zu: Entweder handelt es sich um Honig aus Nektar oder um einen aus Honigtau.

Inhaltsübersicht

    Dabei eint jeden Honig eines: Er entstammt der sogenannten Tracht. Es gibt also eine Blütentracht oder eine Honigtautracht. Im folgenden Beitrag geht es um den Unterschied der beiden Oberbegriffe, um den Geschmack und um besondere Merkmale der jeweiligen Honigform.

    wald oder blütenhonig

    Das Nektarangebot entscheidet

    Nektar ist der von Pflanzen produzierte Saft, der sich in oder an Blüten sammelt. Dieser Saft wird von den Bienen gesammelt und in den Bienenstock eingetragen. Es handelt sich also um die Blütentracht. Eine bunte Sommerwiese liefert genauso die Basis für Blütenhonig wie das gelbe, in voller Blüte stehende Rapsfeld. Jegliche nektarspendende Blume birgt die Basis für Blütennektar in sich. Sobald der Honig mindestens zu 60 Prozent aus Blütennektar besteht, handelt es sich um Blütenhonig.

    Unterteilung der Honige

    Kann die Herkunft des Blütenhonigs noch weiter eingegrenzt werden, gibt es den begehrten Sortenhonig. Auch hier liegt der Mindestgehalt der anteiligen Pflanze bei 60 Prozent. Stehen Bienenstöcke inmitten einem Kleefeld, stehen die Chancen für den Imker gut, einen Sortenhonig zu gewinnen, nämlich Kleehonig, der aber in seiner Einteilung ebenfalls ein Blütenhonig ist.

    Im Grunde ist somit jeder aus Blüten gewonnene Honig erstmal ein Blütenhonig, der dann jedoch zu einem Sortenhonig werden kann. Zu den beliebtesten Sortenhonige zählen beispielsweise Manuka Honig, Lindenblütenhonig, aber auch echter Fenchelhonig oder Akazienhonig.

    Kein Pflanzenname voran?

    Sicher kennst du unseren “Sommerblütenhonig”, auch dabei handelt es sich um einen Honig aus dem Nektar von Blüten. Bienen lassen sich nicht vorschreiben, welche Tracht sie ansteuern. Als “Tracht” wird das gesamte Angebot bezeichnet, welches von Bienen aufgesucht wird. Finden die Bienen eine gute Trachtquelle, steuern sie diese solange an, bis das Trachtangebot erschöpft ist. Dieses Verhalten der Bienen wird als “blütenstet” bezeichnet. So kann es vorkommen, dass sich Bienen auf einer Wildblumenwiese zuerst der einen Pflanzenart hingeben, bis die Quelle des Nektars erschöpft ist. Sofort suchen sie sich die nächste Quelle und holen sich dort ihren Nektar. Auf diese Weise kann es wunderbaren Blütennektar geben, der die gesamte Vielfalt der bunten Pflanzenwelt in sich birgt.

    Und Honigtau?

    Honigtau ist kein Blütennektar, sondern bezeichnet die Ausscheidungen von Insekten wie etwa Schildläusen oder Zikaden, die sich an dem süßen Saft von Waldpflanzen labten. Dabei ist “Ausscheidungen” sicher das falsche Wort, denn es handelt sich nicht um Kot von Insekten. Es ist vielmehr der Überschuss, den die Kleinstlebewesen nicht mehr verdauen können. Dieser süße, kristallklare Saft wird von Bienen eingetragen und als Honigtau bezeichnet, der Grundlage für Waldhonig.

    So unterscheiden sich die beiden Honigsorten

    An unserem Waldhonig kannst du erkennen, dass er deutlich dunkler als die Blütenhonige ist. Zudem ist er klar, während die meisten Blütenhonige cremig gerührt sind. Auch das ist ein Erkennungsmerkmal, denn Waldhonig - also Honig aus Honigtau - enthält im Vergleich zu Blütenhonig wenig Traubenzucker. Deswegen bleibt Waldhonig auch sehr lange flüssig, während Blütenhonig recht schnell kristallisiert.

    Auch im Geschmack verschieden

    Waldhonig schmeckt häufig recht kräftig und aromatisch, während Blütenhonig je nach Tracht lieblich-mild und mit einer fruchtigen Note punktet. Interessant auch, dass der jährlich eingetragene Blüten- oder Waldhonig nie gleich schmeckt, auch wenn er vom gleichen Imker herrührt. Das liegt schlicht am Trachtangebot, vielleicht fliegen die Bienen heuer zuerst die Kräuterpflanzen an? Vielleicht im nächsten Jahr das nahegelegene Lindenblütenangebot? Und Waldhonig ist ohnehin jedes Jahr aufs Neue eine Delikatesse, besonders wenn er wie unserer aus dem schönen Schwarzwald stammt. Am besten versuchst du einfach beide - du wirst merken, dass beide Sorten ihre ureigenen Vorzüge haben, egal für welche die du dich entscheidest.

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