Kritik an Bienenwachstüchern - was ist dran?

Geposted von Samuel Ilg |
Kritik an Bienenwachstüchern - was ist dran?
Inhaltsübersicht

    Bienenwachstücher als Alternative für Frischhaltefolie erleben derzeit einen Boom - in punkto Müllvermeidung und Nachhaltigkeit kann man den wachsenden Trend nur befürworten. Doch nach verschiedenen kritischen Artikeln in der Presse, wie z.B. durch die Stiftung Warentest sind viele verunsichert. In diesem Artikel wollen wir aufzeigen, was kritisiert wird, warum einige Punkte nicht auf alle Hersteller zutreffen und wir andere Kritik-Punkte (Jojoböl) als völlig unberechtigt ansehen.

    Doch die hohe Nachfrage verführt auch manch einen Anbieter dazu, Kundenbedürfnisse rasch und billig befriedigen zu wollen, ohne Fragen der Qualität und der Gesundheit ausreichend zu berücksichtigen. Welche Angebote im Bereich Bienenwachstücher sollte man also kritisch beäugen und worauf sollten man bei Qualitätsware besonders achten?

    Qualitätsware setzt auf biologisch angebaute und zertifizierte Rohstoffe

    Gute Bienenwachstücher bestehen nur aus Baumwolle, Bienenwachs, Harz und Öl – und für jede dieser Zutaten sollte der Hersteller auch einen Qualitätsnachweis liefern können. Dieser Anspruch ist berechtigt, weil Anwender die Bienenwachstücher immerhin in direkten Kontakt mit ihren Lebensmitteln bringen. Potenziell riskiert man damit, Spuren der Wachstuch-Inhaltsstoffe zu konsumieren, die auf das Essen übergehen. Bei naturreinen Produkten birgt das keinen Nachteil, denn lebensmittelechtes Bienenwachs dient in der Lebensmittelherstellung ohnehin häufig als Überzugs- und Trennmittel, z.B. bei Kaffeebohnen, Süßwaren und Obst. Für lebensmittelechte Bienenwachstücher setzen wir deshalb auf GOTS zertifizierte Bio-Baumwolle, Bio-Jojobaöl, Kiefernharz aus nachhaltiger Forstwirtschaft und BIO-Bienenwachs aus Europa.

    Wie weisen Hersteller die Lebensmittel-Echtheit ihrer Bienenwachstücher nach?

    Jeder Hersteller eines Produktes sollte mit einer sogenannten Konformitätserklärung nachweisen können, dass seine Ware die geforderten Qualitätsstandards erfüllt. Wir von beegut haben deshalb unsere Bienenwachstücher beim renommierten internationalen Prüfungsunternehmen testen lassen. Erwartungsgemäß ergab die Analyse, dass sämtliche Inhaltsstoffe der Tücher in der aktuellen Positivliste für Lebensmittelkontaktmaterialien der EU geführt werden und für sie keine Beschränkung hinsichtlich eines Lebensmittelkontaktes existieren. Eine Analyse bezüglich der Übertragung von Formaldehyd und Pentachlorphenol lieferte Messergebnisse weit jenseits der europäischen Grenzwerte bzw. keine nachweisbaren Größen.

    Darüber hinaus bestätigte die sensorische Prüfung, dass die Tücher Geruch und Geschmack von Speisen nicht verfälschen. Im Ganzen bescheinigt die Prüfung der Rezeptur unserer Bienenwachstücher offiziell, dass sie „mit europäischen und nationalen Anforderungen an Lebensmittelkontaktmaterialien konform ist.“

    Welche Bienenwachstücher stehen warum in der Kritik?

    Rohstoffe wie Bio-Baumwolle und BIO Bienenwachs haben berechtigterweise ihren Preis. Daher sollten Kunden bei auffällig günstigen Angeboten für Bienenwachstücher („das 7er-Set für 14,99€“) kritisch hinschauen.

    Ohne Vorurteile bedienen zu wollen: Insbesondere bei Bienenwachstüchern made in China herrscht häufig Unklarheit über die tatsächlich verwendeten Inhaltsstoffe. Die europäischen Importeure, die selbst oft keine Fachleute sind, übernehmen hier die Angaben der Konkurrenz, ohne tiefer nachzuforschen. Hält man die Billig-Ware selbst in der Hand, wundert man sich in vielen Fällen darüber, dass der charakteristische Bienenwachs-Duft kaum wahrnehmbar ist. Es kursieren Gerüchte über Tücher, die kein Wachs, sondern ausschließlich Harz enthalten sollen, und über Produkte, die auf Paraffin (aus Erdöl) basieren. Zwar sind derartige Fake-Produkte bislang nicht offiziell enttarnt worden – dennoch sollten Käufer die Angaben der Hersteller kritisch prüfen.

    Pestizide, Varroazide und Holzschutzmittel – birgt auch Bienenwachs Gefahren?

    Im Dezember 2019 meldete die Stiftung Warentest mehrere Bedenken am Produkt „Bienenwachstuch“. Kritik wäre laut den Autoren angebracht, wenn die Rohstoffe eines Tuchs - allen voran der Hauptbestandteil Bienenwachs - mit Schadstoffen und Pestiziden belastet sei. Im engen Kontakt mit Lebensmitteln könnten giftige Substanzen dann migrieren, das heißt, durch den Kontakt in Nahrungsmittel übergehen.

    Die Lösung: Bienenwachstücher aus geprüften Rohstoffen

    Der Einwand ist berechtigt, denn Bienen besuchen zuweilen auch pestizidbelastete Pflanzen und manch ein Imker geht zu großzügig mit chemischen Desinfektionsmaßnahmen für Bienen und Beute um. Deshalb solltest du persönlich nur Bienenwachstücher nutzen, deren Rohstoffe auf Schadstoffe geprüft wurden und sich unter den Grenzwerten bewegen.
    Ein Beispiel aus unserer Labor-Analyse: Spuren von dem verbreiteten Holzschutzmittel Formaldehyd lassen sich in beegut-Bienenwachstüchern nicht nachweisen.

    Jojobaöl in der Kritik – schadet das Naturwachs der Gesundheit?

    Um das Bienenwachs im Wachstuch geschmeidiger zu machen, nutzen viele Hersteller Jojobaöl. Sein Name ist irreführend, denn Jojobaöl ist technisch gesehen kein Öl, sondern ein Wachs, das bei Raumtemperatur flüssig ist. Sein Vorteil: Es ist widerstandsfähig gegen hohe Temperaturen und wird nicht ranzig. Gleichzeitig bewies es in Laborversuchen schon eine hemmende Wirkung gegen Bakterien und Hefepilze und wird dazu auch noch relativ nahe produziert (Israel). Ein idealer Rohstoff für ein konservierendes Bienenwachstuch, könnte man meinen …

    Einwände kommen jedoch vom Bundesinstitut für Risikoforschung, das sich bereits 2007 gegen die Verwendung von Jojoba in Lebensmitteln aussprach. Anlass gaben damals Diätkapseln, die Jojobasamen als Basiszutat verwendeten.

    Warum? Jojobaöl ist unverdaulich und wird vom menschlichen Organismus nach Verzehr einfach wieder ausgeschieden. Als Kritik zitierte das BfR in seinem Bericht Tierversuche, in denen Ratten den Jojoba-Inhaltsstoff Simmondsin als Appetitzügler erhielten. Die Tiere nahme tatsächlich Körpergewicht ab, aber starben auch einige Tage später, während sie 750mg Simmondsin pro Kilo Körpergewicht erhielten.

    Ein Vergleich mit Kosmetikprodukten

    Was das Bienenwachstuch anbelangt, gibt es Anlass zur Entwarnung.

    Denn schließlich bestimmt die Dosis darüber, ob ein Naturstoff giftig wirkt - das wusste schon Paracelsus. Selbst unsere beliebteste Alltags-Droge, der Kaffee, ist tödlich, wenn man eine Menge von 10 Gramm Koffein (= 100 Tassen Kaffee) erreicht.

    Aber um dieselbe Dosis des im Jojobaöl enthaltenen Simmondsin aufzunehmen, wie die Ratten in den vom BfR zitierten Versuchen, müsste ein Anwender das  Bienenwachstuch nicht nur nutzen, sondern komplett verzehren. Und zwar nicht nur eines, sondern insgesamt ca. 291(!) unserer großen Brottücher (50x60cm). Und das täglich.

    Dass bei der üblichen Nutzung eines Bienenwachstuchs nicht ein Bruchteil dieser Menge in die Nahrung übergeht, sollte jedem klar sein. Wenn es nach dem BfR ginge, wären Bienenwachstücher auch gar nicht die wichtigsten Kandidaten für eine “Jojoba-Überdosis”.

    Noch viel direkter sind wir Jojobaöl bzw. Simmondsin ausgesetzt, wenn wir Lippenpflegestifte nutzen. Immerhin lässt sich kaum verhindern, dass man beim Essen und beim Lippenlecken immer wenige Milligramm von einer Naturkosmetik Lippenpflege mitisst. Trotzdem setzen die Hersteller (auch wir bei unseren Kosmetikprodukten) auf die pflegenden Eigenschaften des pflanzlichen Jojoba-Wachses und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stuft Lippenpflegestifte mit Jojoba als völlig unbedenklich und sicher ein.

    Fazit: Solange du Jojobaöl nicht nutzt, wie es die Papago Indianer aus seinem Ursprungsland zu tun pflegten, nämlich zum Kochen und als Mittel zur Magenreinigung, brauchst du dir über den Jojoba-Anteil in Naturkosmetik und Bienenwachstuch keine Sorgen zu machen.

    Warum wird nicht einfach Speiseöl verarbeitet?

    Pflanzenöle sind reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren – das macht sie gesund aber auch empfindlich für Umweltbedingungen. Durch Oxidation werden sie in einer hellen und warmen Umgebung leicht ranzig.

    Jojobaöl als Wachs ist hingegen stabil gegen Umwelteinflüsse und enthält darüber hinaus das starke Antioxidans Vitamin E. So können wir als Bienenwachstuch-Hersteller garantieren, dass die Beschichtung eines Bienenwachstuchs nicht “vergammelt”, sondern im Gegenteil zur Konservierung von Lebensmitteln beiträgt.

    Natürlich gibt es auch Pflanzenfette, die aufgrund ihrer Zusammensetzung relativ robust sind. Doch gerade die stehen in punkto Nachhaltigkeit schwer in der Kritik. So fallen dem Anbau von Palmöl weltweit große Teile des Regenwaldes zum Opfer und auch das beliebte Kokosöl kann aufgrund der steigenden Nachfrage kaum mehr klimaschonend erzeugt werden. 

    Welche Anbieter sind vertrauenswürdig?

    Im Idealfall stellen Anbieter ihre Bienenwachstücher selbst her bzw. lassen sie im eigenen Auftrag fertigen und identifizieren sich mit der Materie, setzen wenn möglich auf BIO Qualität, kennen ihre Rohstoff-Lieferanten, prüfen ihre Rohstoffe regelmäßig im Labor und haben eine Konformitätserklärung mit einem anerkannten Institut durchgeführt.

    Dagegen hat manch ein Importeur billiger Bienenwachstücher seine Ware selbst noch nie in der Hand gehalten und sich mit ihren Eigenschaften auseinandergesetzt.

    Fazit

    Ohne Panik verbreiten zu wollen: Produkte, die du an deine Haut und deine Lebensmittel lässt, sollten dein Vertrauen auch verdienen. Achte beim Kauf von Bienenwachstüchern deshalb auf Bio-Qualität und fordere bei Bedarf die entsprechenden Zertifikate und Analysen an, die einen sicheren Lebensmittelkontakt belegen.

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