Ölauszüge (Mazerat) selber machen

Geposted von Dajana Krüger Dajana Krüger |
Ölauszüge (Mazerat) selber machen
Inhaltsübersicht

    Ölauszüge selber machen

    Du wolltest schon immer mal wissen wie man wirkungsvolle Kräuter-Ölauszüge herstellt? Vielleicht um das Ganze weiterzuverarbeiten zu einer Salbe oder Lippenpflege? Dann bist du hier genau richtig!

    Ich nehme dich heute mit mit in meine kleine Kräuterküche und zeige dir worauf es beim Verarbeiten von (Wild-)Kräutern ankommt, damit du zum Schluss ein gutes Endprodukt bekommst. 

    In diesem Beitrag zeige ich dir die Unterschiede von Kalt- und Warmauszügen und verrate dir ein paar praktische Tipps, damit dein Kräuterauszug auch garantiert was wird.

    👋 Gewusst? Du findest die Anleitung auch als Video auf unserem Youtube-Kanal

     

    Was ist ein Ölauszug (Mazerat)?

    Viele (Wild-)Pflanzen stecken voller wertvoller Inhaltsstoffe, die gerade heutzutage wieder mehr an Bedeutung gewinnen. In der Naturheilkunde weiß man schon lange um das Superfood Wildkräuter. Doch viele Pflanzen eignen sich nicht nur zum Verzehr, sondern auch zur Weiterverarbeitung in Salben oder Lippenpflege.

    Um die wertvollen Inhaltsstoffe einer Pflanze optimal in einer selbstgemachten Salbe verwenden zu können, macht man üblicherweise einen Ölauszug der ausgewählten Kräuter, ein sogenanntes Mazerat. Da viele pflanzliche Inhaltsstoffe fettlöslich sind, können viele der wertvollen Inhaltsstoffe der Pflanze, durch einen Ölauszug extrahiert und konserviert werden. 

    Bei den Ölauszügen gibt es zwei große Unterschiede - es gibt einmal einen Warmauszug und einen Kaltauszug. Wie sich die beiden Verfahren unterscheiden und welche Vor- oder Nachteile es bei den unterschiedlichen Verfahren gibt, das verrate ich euch heute.

     

    Kaltauszug 

    Für meinen Kaltauszug verwende ich ein Johanniskraut, dem man eine entspannungsfördernde, narbenpflegende und entzündungshemmende, sowie eine stimmungsaufhellende Wirkung in der Naturheilkunde nachsagt. 

    Durch das enthaltene Hypericin erhält unser Ölauszug mit der Zeit eine wundervolle, rote Farbe.

    Johanniskraut

    Oberste Regel beim Wildkräuter sammeln - pflückt und verwendet nur die Pflanzen, die ihr auch eindeutig bestimmen könnt! Ansonsten könnt ihr auch einfach getrocknete Blüten kaufen.

     

    Was brauchen wir dazu?

    • Pflanzenteile (frisch oder getrocknet), hier Johanniskraut 
    • ein wenig Alkohol, hochprozentig, klar und möglichst ohne Eigengeschmack (Korn, Vodka, Gin, ..). Alkohol optimalerweise in einer kleinen Sprühflasche abgefüllt.
    • ein hochwertiges Bio-Öl (wärmebeständig, erhitzbar, optimal ist Bratöl - nicht kaltgepresst, da diese schneller ranzig werden und nicht so lang halten)
    • ein sauberes Glas zum Abfüllen
    • einen Mörser

     

    Öl-Mazerat selber machen (Kaltauszug)

    • Pflanzenteile in den Mörser geben 
    • mit etwas Alkohol bespritzen (dient der keimfreien Konservierung)
    • Kräuter ordentlich zermörsern
    • Öl mit in den Mörser geben und nochmal zusammen mit den Pflanzenteilen zermörsern 
    • Utensilien die zum Abfüllen des Öls verwendet werden kurz mit Alkohol besprühen 
    • Öl zusammen mit den Pflanzenteilen in das Glas abfüllen und die nächsten 4-6 Woche an einen warmen, sonnengeschützten Ort stellen und Flasche gerne 1x täglich schütteln
    • Nach 4-6 Wochen könnt ihr das Öl durch ein Feinsieb filtern/abseihen

     

    Wichtig: 

    • Alle Pflanzenteile müssen gut vom Öl bedeckt sein
    • Wenn sich das Pflanzenmaterial setzt, sollte ca. 2 fingerbreit viel Öl über dem Pflanzenmaterial stehen
    • Immer gut beschriften an welchem Tag ihr das Öl hergestellt habt 
    • Das Öl ist zwischen 6 Monaten und einem Jahr haltbar

     

    Vor- und Nachteile Kaltauszug

    Der Vorteil bei einem Kaltauszug ist, dass man keine Hitze benötigt und die Vorbereitung relativ schnell geht. 

    Die Nachteile sind jedoch, dass ein Kaltauszug ziemlich lange stehen muss bis er fertig ist (etwa 4-6 Wochen). Außerdem bleibt ein gewisses Risiko, dass der Ölauszug bei der Verwendung von frischen Pflanzenteilen, durch den hohen Feuchtigkeitsanteil der Pflanze, schneller schlecht werden bzw. es zur Verkeimung kommen kann.

       

      Warmauszug 

      Wie der Name schon sagt, wird bei einem Warmauszug Wärme hinzugefügt, wodurch wir “schneller” einen Ölauszug erhalten als beim Kaltauszug. Während es beim Kaltauszug 4-6 Wochen dauert, benötigt ein Warmauszug lediglich etwa 20-60 Minuten.

      Beim folgenden Warmauszug verwende ich die Ringelblume. Diese gilt als “die Wundheilerin” aus dem Garten. Oft findet ihr die Ringelblume als Zutat in Handcremes. Sie wird in der Kosmetik also oft bei trockener, beanspruchter und rissiger Haut verwendet und soll eine entzündungshemmende Wirkung haben.

      Im Sommer lassen sich frische Blüten verwenden, der Ölauszug funktioniert aber auch mit getrockneten Blüten wunderbar.

      Gemüsebeet

      Kleiner Tipp von Samuel zur Ringelblume: Falls ihr einen Garten habt, lassen sich Ringelblumen auch prima am Anfang oder Ende eines Gemüsebeets aussäen. Diese locken nicht nur Bestäuber wie Bienen an, sie stärken auch noch die Bodengesundheit und werden deshalb vor allem in der Mischkultur/ Klassischen Bauerngarten verwendet. Und hübsch anzusehen sind sie auch noch :)

        

      Was brauchen wir dazu?

      • Etwa 1-2 Handvoll Ringelblumen (frisch oder getrocknet)
      • ein wenig Alkohol, hochprozentig, klar und möglichst ohne Eigengeschmack (am Besten in einer kleinen Sprühflasche abgefüllt)
      • 250 ml Bio-Öl, erhitzbar, nicht kaltgepresst, hier: Sonnenblumenöl
      • ein sauberes Glas zum Abfüllen
      • einen Mörser
      • Gefäß für Wasserbad, Topf mit heißem Wasser und eine Herdplatte
      Sonnenblumenöl hat übrigens den Vorteil dass es relativ geruchsneutral ist, nicht so stark rückfettend auf der Haut wirkt und im Allgemeinen sehr gut verträglich ist.

       

      Öl-Mazerat selber machen (Warmauszug)

      Mazerat selber machen
      • Ringelblumen klein hacken und in einen Mörser geben
      • Mit etwas Alkohol bestäuben (besonders wenn ihr frische Blüten verwendet) und die Ringelblumen zermörsern
      • Sonnenblumenöl dazugeben und nochmal ordentlich mörsern, bis ein “Brei” entsteht 
      • Den Inhalt des Mörsers in ein hitzebeständiges Gefäß geben und zunächst beiseite stellen
      • Gefäß in einen Topf mit heißem Wasser setzen und etwa 20-60 Minuten ziehen lassen.  
        Öl-Mazerat
        Wichtig: Das Wasser, sowie das Öl sollten nicht zum Kochen gebracht werden. Das Öl sollte nur bis etwa 40-70 Grad erhitzt werden. Deshalb hier die ganze Zeit ein Auge drauf haben.
      • Anschließend die Pflanzenteile abseihen. Entweder mit einem Feinsieb oder einem Teefilter. Das fertige Mazerat direkt in ein sauberes Glas filtern, in dem das Öl später aufbewahrt werden soll.

      Hinweis: Bitte nicht die restlichen Pflanzenteile im Sieb oder Filter ausdrücken, da in den Pflanzenteilen noch Restfeuchtigkeit enthalten ist, die wir nicht in unserem Mazerat haben wollen, Stichwort Verkeimung.

       

      Vor- und Nachteile Warmauszug

      Ganz klarer Vorteil beim Warmauszug ist, dass es im Vergleich zum Kaltauszug sehr schnell geht. Innerhalb von einer Stunde kann der Ölauszug bereits fertig sein. Ein weiterer Vorteil ist, dass mögliche Bakterien abgetötet werden und es nicht so schnell zur Verkeimung kommt. 

      Nachteil wiederum ist, dass durch das Erhitzen ein paar der wertvollen Inhaltsstoffe der Pflanze verloren gehen können. 

      Ihr seht also, alles hat seine Vor- und Nachteile und ihr müsst einfach für euch persönlich schauen, welche Variante für euch die bessere ist. 

      Dajana Krüger
      Über den Autor
      Dajana Krüger

      Dajana ist ausgebildete Kräuterpädagogin (grün-sein.de , Instagram @gruen_sein), Kursleiterin für Waldbaden, ganzheitliche Ernährungsberaterin, Floristin, Waldkind und Krautverliebt.

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