Warum Bl√ľtenpollen gesund sind

Geposted von Hannes Borst am

bienenpollen gesund

Bl√ľtenpollen werden gerne als ‚Äúgesund‚ÄĚ beschrieben, dabei ist solch eine Aussage mit Vorsicht zu genie√üen. Im Grunde handelt es sich bei den Winzlingen um kleine K√ľgelchen, die voller N√§hrstoffe stecken - aber deswegen noch lange keine therapeutische Wirkung haben. Laut der EU-Health-Claim-Verordnung d√ľrfen nur unter bestimmten Voraussetzungen Lebensmittel als ‚Äúgesund‚ÄĚ beschrieben werden, wenn sie beispielsweise n√§mlich eine bestimmte Menge an Proteinen oder Vitaminen enthalten.

Bl√ľtenpollen stecken voller Vitamine und N√§hrstoffe. Und sie sind eine Proteinquelle. Das d√ľrfen wir √ľbrigens nach der Verordnung sagen, denn in Bl√ľtenpollen stecken zwischen 18 und 40 Prozent hochwertige Eiwei√üe - es ist also ein Lebensmittel, welches nach der EU-Health-Claim-Richtlinie als ‚ÄúProteinquelle‚ÄĚ bezeichnet werden darf. Nat√ľrlich stecken in den kleinen K√∂rnchen noch viele weitere N√§hrstoffe, etwa Vitamine, Mineralstoffe, Aminos√§uren oder Spurenelemente.

Ein detaillierter Blick auf Bl√ľtenpollen

Entgegen der vorigen Worte: Bl√ľtenpollen sind gesund, betrachtet man ihren eigentlichen Verwendungszweck: Sie sind die einzige Proteinquelle, die Bienen zur Verf√ľgung haben. Sie ben√∂tigen das Makromolek√ľl ‚ÄúEiwei√ü‚ÄĚ, um ihren Nachwuchs gro√üzuziehen. Auch die erwachsenen Tiere decken damit ihren Bedarf an Proteinen. W√§hrend jedoch Wildbienen direkt den Pollen an ihren Nachwuchs verf√ľttern, macht es die Honigbiene etwas anders: Nicht die Larve bekommt das kostbare Pollenfutter, sondern die Ammenbiene, die dann genug Power hat, einen Futtersaft f√ľr die Brut zu produzieren (Gel√©e Royal).¬†¬†

Pollen werden von Bienen auf zwei Wegen gesammelt: Entweder fliegen vereinzelte Gr√ľppchen gezielt aus, um die winzigen Staubk√∂rner von Bl√ľten zu sammeln oder sie bringen den Pollenstaub ‚Äúzuf√§llig‚ÄĚ mit in den Bienenstock, weil sich die mikroskopisch kleinen Teile im Haarkleid verfangen haben. Wer schon mal eine Biene beobachten konnte, wie sie eine Bl√ľte verl√§sst, dem ist vielleicht aufgefallen, dass das Tier immer noch kurz oberhalb der Bl√ľte schwebt. W√§hrend ¬†dieser Schwebephase schiebt sie sich die Pollen zusammen und verstaut sie in ihren sogenannten ‚ÄúPollenh√∂schen‚ÄĚ an den Hinterbeinen. Zur√ľck im Bienenstock, √ľbergibt sie das gesammelte Erntegut an die Stockbienen, die es dann weiterverarbeiten.

Die Farbe variiert √ľbrigens je nach der Tracht. So bringen beispielsweise Buschwindr√∂schen eher wei√üliche Pollen zum Vorschein, w√§hrend die Weidenrose eher bl√§ulich verf√§rbte Pollenk√∂rner bereith√§lt. Doch dem N√§hrstoffgehalt tut das keinen Abbruch, denn jede Herkunftspflanze hat ihre spezifischen Eigenheiten. Zudem sorgt die ‚ÄúVerarbeitung‚ÄĚ im Bienenstock daf√ľr, dass die einstigen m√§nnlichen Keimzellen der Bl√ľten mit vielen Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen angereichert werden.¬†¬†

Hochwertiges Protein

Bl√ľtenpollen enth√§lt hochwertiges Protein. Je nach Ursprungspflanze mal mehr, mal weniger, so dass durchschnittlich 18 bis 40 Prozent Eiwei√ü enthalten ist. Proteine werden von jeder Zelle eines lebenden Organismus ben√∂tigt, ohne sie ist kein Leben m√∂glich. Um kurz auf die eigentliche Definition einzugehen: Es sind chemische, hochkomplexe Verbindungen, die sich aus einer Vielzahl von Molek√ľlen von Aminos√§uren aufbauen. Dabei k√∂nnen teilweise tausende von Aminos√§uren beteiligt sein oder nur ganz wenige.

Der Mensch muss seine Aminos√§uren √ľber die Nahrung beziehen, damit sich so Proteine aufbauen. Dabei gelten 8 als essentielle Aminos√§uren, die er zum Leben ben√∂tigt, aber nicht selbst produzieren kann. Das ist der Grund, warum Ern√§hrungsexperten immer wieder auf die Bedeutung von hochwertigen Eiwei√üen in der Nahrung hinweisen.

Was hat das alles mit Bl√ľtenpollen zu tun?

Frische Bl√ľtenpollen enthalten √ľber 20 Aminos√§uren, darunter auch essentielle. Genau deswegen sind sie so interessant, denn besonders das Immunsystem ist auf hochwertiges Eiwei√ü angewiesen. √úber die Nahrung gelangen die Molek√ľle in den Magen und in den Darm. Dort werden sie zu Aminos√§uren aufgespalten und zur Leber transportiert. Hier wird aus dem einst aufgenommenen Eiwei√ü das sogenannte K√∂rpereiwei√ü, welches jedoch regelm√§√üig erneuert werden muss. Eiwei√ü aus tierischen Quellen wird in der Regel eine bessere Bioverf√ľgbarkeit nachgesagt, doch Bl√ľtenpollen m√ľssen sich dahinter nicht verstecken. Obwohl sie aus pflanzlichen Quellen stammen, wird ihnen eine ausgezeichnete Bioverf√ľgbarkeit - also die Verwertbarkeit des Organismus - bescheinigt.

Hinzu kommen nat√ľrlich noch die freien Aminos√§uren, also all jene, die nicht in Eiwei√ü gebunden sind. Diese sind f√ľr den Menschen besonders wertvoll und leicht verwertbar.

Und Enzyme?

Enzyme sind wiederum Proteinmolek√ľle, die der Organismus zur Aufspaltung von Nahrung ben√∂tigt. Enzyme sorgen daf√ľr, dass die N√§hrstoffe aus der Nahrung richtig aufgenommen und verwertet werden k√∂nnen. Zudem sind sie an zahlreichen k√∂rpereigenen Prozessen beteiligt, sie helfen bei der Zellerneuerung, sie unterst√ľtzen das Immunsystem und sie sind tatkr√§ftige Mitstreiter beim Abtransport von ungesunden Stoffen, die in den K√∂rper gelangten. Bienen reichern sowohl Pollen als auch Propolis mit k√∂rpereigenen Enzymen an, was die Wertigkeit beider Nahrungserg√§nzungsmittel noch erh√∂ht.

In Pollen finden sich zahlreiche Enzyme sowie Co-Enzyme. Um genau zu sein: Bl√ľtenpollen z√§hlen zu den enzymreichsten Lebensmitteln √ľberhaupt, Experten gehen von rund 5.000 Enzymen aus. Vermutlich sind die kleinen K√∂rnchen deshalb so beliebt bei Sportlern, aktiven Menschen oder bei all jenen, die sich ausgewogen ern√§hren m√∂chten.

Und noch?

Nat√ľrlich m√ľssen wir noch ein paar S√§tze zu den enthaltenen Kohlenhydraten, Fetten, Mineralstoffen und Vitaminen verlieren. Die enthaltenen Kohlenhydrate lassen den Blutzuckerspiegel v√∂llig in Ruhe. Er steigt nicht an, wie das beispielsweise beim Konsum von Zucker der Fall ist.

Bei den Fetten handelt es sich um Fettsäuren, die ebenfalls dem Organismus Gutes tun. Zugegeben, mit rund 3 Prozent haben sie nicht die größte Bedeutung, doch sie wirken im Zusammenspiel aller Vitalstoffe mit.

Bei den Vitaminen darf vor allem die Gruppe des Vitamin-B-Komplexes nicht unerw√§hnt bleiben. Pollen sind reich gesegnet mit Vitamin B1, B2, B3, B5, B6, B9 und Beta-Carotin. Im Labor konnte sogar Vitamin B 12 nachgewiesen werden - ein Vitamin, welches sonst ausschlie√ülich aus tierischen Quellen stammt und f√ľr den Organismus eine bedeutende Rolle im Energiehaushalt einnimmt.

Insgesamt konnten in dem kleinen Bienenprodukt √ľber 60 Mineralstoffe und Spurenelemente belegt werden. Angefangen von Kalzium, Magnesium √ľber Kupfer, Zink und Mangan bis hin zu Chlor, Jod, Phosphor und Schwefel. Zusammengefasst finden sich in Pollen √ľber 100 bioaktive Substanzen.

Die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe

Wie schon angesprochen, es h√§ngt von der Tracht ab, welche N√§hrstoffe in welcher Menge in den Bl√ľtenpollen vorkommen. Es gilt allerdings als gesichert, dass die Durchschnittswerte der N√§hrstoffe in Pollen erreicht werden.

Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22785265

Der Verzehr von Bl√ľtenpollen basiert auf uraltem Verhalten des Menschen. Seit er die kleinen K√ľgelchen entdeckte, nutzt er sie als Nahrung, Nahrungserg√§nzung und in der alternativen Heilkunde auch zur Linderung beziehungsweise Pr√§vention gegen so manche Beschwerden. Sind Bl√ľtenpollen gesund? In der Erfahrungsheilkunde wird das bejaht, wissenschaftlich ist es aber (noch) nicht belegt.

Ein Wort zu Allergikern

Als Allergiker sollte man keinesfalls ohne Absprache mit einem Arzt Bl√ľtenpollen verzehren. Nicht nur Patienten, die unter einer Allergie gegen Bienenstiche oder Bienenerzeugnisse (Honig, Gel√©e Royal, Propolis) leiden, sondern auch solche, die eine Pollenallergie haben, sollten Vorsicht walten lassen. Auch wenn sich der ‚ÄúHeuschnupfen‚ÄĚ meist durch das Einatmen von Pollen zeigt, besteht doch ein Risiko, dass der Organismus auch auf verzehrte Pollenk√∂rnchen reagiert. Zudem kann eine allergische Reaktion sehr stark ausfallen - deshalb sollte man sich hier definitiv keiner Gefahr aussetzen und zuerst den erfahrenen Arzt um Rat fragen.



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